Waffen mit abgereichertem Uran für Kiew? Putin und hochrangige Vertreter Russlands warnen Westen

© SNA / Vitaliy BeloysovMoskauer Kreml (Archivbild)
Moskauer Kreml (Archivbild) - SNA, 1920, 21.03.2023
Sollte der Westen Munition mit abgereichertem Uran an die Ukraine schicken, wird es eine entsprechende Antwort seitens Russlands geben. Dies hat der russische Präsident, Wladimir Putin, nach den Gesprächen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Moskau versprochen. Auch andere russische Politiker und Beamte nahmen dazu Stellung.
Großbritannien hat angekündigt, panzerbrechende Munition mit abgereichertem Uran in die Ukraine zu schicken.
„Neben der Gewährung eines Geschwaders von Kampfpanzern des Typs Challenger 2 an die Ukraine werden wir Munition, einschließlich panzerbrechender Patronen, die abgereichertes Uran enthalten, liefern“, so die stellvertretende Verteidigungsministerin Annabel Goldie.
Diese seien „sehr effektiv“, um moderne Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zu besiegen.
Laut Präsident Putin wird Russland aber gezwungen sein zu reagieren, sollte der kollektive Westen beginnen, Waffen mit nuklearer Komponente einzusetzen. Der Westen habe beschlossen, mit Russland nicht mit Worten, sondern mit Taten „bis zum letzten Ukrainer“ zu kämpfen, so Putin.

Lawrow, Schoigu und Sacharowa kommentieren mögliche Lieferung

Eine mögliche britische Lieferung von Munition mit abgereichertem Uran an die Ukraine würde für London „schlecht enden“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

„Sie haben bereits den Überblick in Bezug auf ihre Aktionen verloren, in Bezug darauf, wie diese Aktionen die strategische Stabilität auf der ganzen Welt untergraben. (…) Wenn (die Lieferung – Anm. d. Red.) tatsächlich stattfindet, besteht kein Zweifel daran, dass es für sie schlecht enden wird“, so Lawrow.

Laut dem Minister versuchen die „Angelsachsen“ mit aller Macht, ihre Vormachtstellung zu behaupten. „Wenn das stimmt, dann sind sie bereit, nicht nur Risiken einzugehen, sondern auch gegen das humanitäre Völkerrecht zu verstoßen, wie es 1999 in Jugoslawien der Fall war.“
Der russische Verteidigungsminister, Sergej Schoigu, warnte seinerseits vor der Gefahr einer nuklearen Konfrontation in diesem Zusammenhang.
„Sie (die Nato-Staaten – Anm. d. Red.) haben diese Munition bereits eingesetzt, als es in Serbien zu Ereignissen gekommen war, wo sie ohne UN-Sanktionen friedliche Städte bombardiert, Brücken zerstört haben. Dann hatten sie auch Konsequenzen, diejenigen, die diese Munition benutzten, hatten schwere Krankheiten (…). Wie immer hat es sie wenig interessiert, wie sich diese Munition auf diejenigen ausgewirkt hat, gegen die sie sie eingesetzt haben“, so Shoigu gegenüber Journalisten.
Auch die Sprecherin desrussischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, warnte vor einer Wiederholung des „Jugoslawischen Szenarios“.
„Diese Geschosse töten nicht nur, sondern verseuchen die Umwelt und verursachen Krebserkrankungen bei den Menschen, die auf diesem Boden leben“, so Sacharowa.
Es sei naiv zu glauben, dass nur diejenigen zu Opfern würden, gegen die all dies eingesetzt werde.
„In Jugoslawien waren die Nato-Soldaten, insbesondere die Italiener, die ersten Leidtragenden. Dann versuchten sie lange Zeit, von der Nato eine Entschädigung für die verlorene Gesundheit zurückzubekommen. Aber ihre Ansprüche wurden bestritten“, so die Sprecherin.

Munition mit abgereichertem Uran

Munition mit abgereichertem Uran wird von internationalen Organisationen nicht als chemische Waffe anerkannt. Ihre Verwendung ist in keiner Weise reguliert oder verboten. Da es sich um eine ziemlich neue Art von Waffe handelt, gibt es in der UNO kein Dokument, das ihre Verwendung einschränkt oder verbietet.
Die Verwendung von abgereichertem Uran in panzerbrechenden Unterkalibergeschossen wurde erstmals von Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs begonnen. Das US-Militär hat sie 1991 bei der Operation „Wüstensturm“ am Persischen Golf, während des Krieges in Bosnien, bei der Bombardierung Jugoslawiens (1999) und im Irakkrieg (seit 2003) eingesetzt.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала