„Rote Linien“ nun Vergangenheit: Russische Botschaft in Deutschland über Leopard-Lieferung an Kiew

© SNA / Wladimir TrefilowStaatsflaggen von Russland und Deutschland
Staatsflaggen von Russland und Deutschland - SNA, 1920, 25.01.2023
Nun sind die Befürchtungen vieler wahr geworden: Kanzler Scholz hat für die Lieferung des Kampfpanzers „Leopard-2“ durch Deutschland an Kiew grünes Licht gegeben. Auch die anderen Staaten sind nun Scholz zufolge dazu berechtigt. Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, bezeichnete diese Entscheidung als „äußerst gefährlich“.
Nach Angaben des Sprechers der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, wird die Ukraine vorerst eine Kompanie mit 14 Leopard-2-A6-Panzern erhalten, die aus Beständen der Bundeswehr stammen. Weitere europäische Partner würden ihrerseits Panzer vom Typ Leopard-2 übergeben.
Die Ausbildung der ukrainischen Besatzungen solle in Deutschland zügig beginnen. Zu dem Paket würden neben der Ausbildung auch Logistik, Munition und Wartung der Systeme gehören.
Botschafter Netschajew sprach in diesem Zusammenhang von „einer äußerst gefährlichen Entscheidung, die den Konflikt auf eine neue Ebene der Konfrontation hebe und den Aussagen deutscher Politiker über die mangelnde Bereitschaft Deutschlands widerspreche, „sich darauf einzulassen“.
„Leider passiert das immer wieder. Einmal mehr sind wir davon überzeugt, dass Deutschland, ebenso wie seine engsten Verbündeten, nicht an einer diplomatischen Lösung der Ukraine-Krise interessiert ist, sondern auf deren permanente Eskalation und das grenzenlose Aufpumpen des Kiewer Regimes mit immer tödlicheren Waffen eingestellt ist. ,Rote Linien’ gehören der Vergangenheit an“, soNetschajew.
Die Wahl Berlins bedeute die endgültige Weigerung der Bundesrepublik Deutschland, die historische Verantwortung vor dem russischen Volk für die schrecklichen, zeitlosen Verbrechen des Nationalsozialismus während des Großen Vaterländischen Krieges anzuerkennen sowie das Anheimgeben der Vergangenheit des schwierigen Weges der Nachkriegsaussöhnung zwischen Russen und Deutschen.
Mit Zustimmung der deutschen Führung würden erneut Kampfpanzer mit deutschen Kreuzen an die „Ostfront“ geschickt, was unweigerlich zum Tod nicht nur russischer Soldaten, sondern auch der Zivilbevölkerung führen werde, so der Botschafter.
„Berlin hat diese Entscheidung am 80. Jahrestag des Durchbruchs der Blockade von Leningrad getroffen, bei der Hunderttausende Sowjetbürger gestorben sind“, sagte Netschajew weiter.
Diese Entscheidung zerstöre den Rest gegenseitigen Vertrauens, füge dem ohnehin schon beklagenswerten Zustand der russisch-deutschen Beziehungen irreparablen Schaden zu und lasse Zweifel an der Möglichkeit ihrer Normalisierung in absehbarer Zeit aufkommen.
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