Wagenknecht: Selenski torpediert Friedensverhandlungen – nicht Putin

© AP Photo / Michael SohnLinken-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht
Linken-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht - SNA, 1920, 21.01.2023
Nachdem Kanzler Scholz für die Lieferung von „Marder“-Schützenpanzern für die Ukraine „weichgekocht“ worden war, sind nun Forderungen nach „Leoparden“ laut geworden. Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sieht diesen Rufen der „Kriegsfreunde“ voller Sorge entgegen – und verteidigt dazu die Verhandlungsbereitschaft des russischen Präsidenten.
In ihrem neuen Video „Wagenknechts Wochenschau“ stellte Wagenknecht mehrere deutsche Politiker an den Pranger, die nicht müde werden, von Scholz immer schwereres Kriegsgerät für Kiew zu fordern.
„Wer heute noch auf der Höhe der Zeit sein will, der muss ja mindestens die Lieferung von ,Leopard’-Panzern an die Ukraine fordern!“, so die Linken-Politikerin ironisch.
Der Kampf der„Schreibtisch-Kriegshelden“ werde immer breiter. Mittlerweile reichten sie von den Grünen (Annalena Baerbock) bis „Panzertoni“ (Anton Hofreiter) über Merz und Strack-Zimmermann und „einige SPD-Hinterbänkler“ bis zur „plötzlich zu einer Militärfachfrau mutierten“ SPD-Vorsitzenden Saskia Esken. Es sei „ein Graus“, was aus der einstigen Partei Willy Brandts geworden sei, kritisierte Wagenknecht.
Die ukrainischen Forderungen gingen aber bereits weit über Kampfpanzer hinaus. Auf der „Wunschliste“ stünden Kampfflugzeuge, Kampfdrohnen, Kriegsschiffe, U-Boote – wenn das alles nicht funktioniere, „wie wäre es mit ein paar Bataillonen der deutschen Soldaten“? Das Ziel sei es, Deutschland durch diese Forderungen unter Druck zu setzen.
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Waffenlieferungen stoppen – Friedensverhandlungen einleiten

Der einzige Weg, die Kampfhandlungen zügig zu beenden, sind aus Sicht von Wagenknecht Verhandlungen – nicht Waffenlieferungen. Sollten die westlichen Aufrüstungen der Ukraine nicht aufhören, könnte dies weitere Hundertausende gefallene oder schwer verwundete Soldaten – auf beiden Seiten – und noch mehr Tote in der Zivilbevölkerung nach sich ziehen.
Die Menschen, die sich für die Friedensverhandlungen mit Russland einsetzten, würden aber derzeit im öffentlichen Diskurs Deutschlands als „Kreml-Sprecher“, „Putinisten“ oder „hoffnungslose Naivlinge“ diffamiert.
Das Argument, Präsident Putin wolle nicht verhandeln, entbehre jede Logik, findet die Politikerin. Die russische Regierung signalisiere schon länger ihre Verhandlungsbereitschaft. Es müsse ein Kompromiss in Bezug auf die Geopolitik gefunden werden, findet Wagenknecht – so, wie dies nach dem Zweiten Weltkrieg passiert sei.
„Wer aktuell offen Verhandlungen torpediert, ist tatsächlich nicht Putin – sondern Selenski.“
Der ukrainische Präsident habe die Verhandlungen mit der russischen Seite per Dekret so lange verboten, „bis der letzte Russe von der Krim abgezogen ist“. Es sei an dem Westen, „diesen Krieg zu beenden“, da er diesen bezahle und munitioniere.
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