Spionagevorwurf: Lettische Sicherheitsdienste nehmen russischen Chefredakteur Marat Kassem fest

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Sputnik-Logo (Symbolbild) - SNA, 1920, 06.01.2023
Der lettische Staatssicherheitsdienst hat die Verhaftung von Marat Kassem, Chefredakteur von Sputnik Litauen, wegen des Verdachts der Verletzung von EU-Sanktionen bekannt gegeben.
Die Festnahme wurde von russischen Journalisten und Beamten aufs Schärfste kritisiert:
„Vor sechs Monaten hat Marat Kassem erzählt, wie er von baltischen Behörden wegen seiner beruflichen Tätigkeit verfolgt worden sei. Jetzt ist er festgenommen worden. Dies ist die Rache der diktatorischen Regime für seine Freiheit, für seine Wahrheit und seine Prinzipientreue“ (Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums)
„Die Situation mit der Verhaftung von Marat Kassem hat nichts mit dem Gesetz zu tun. Das ist sicherlich die Rache für eine normale journalistische Arbeit“ (Dmitri Kisseljow, Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya)
„Das ist inakzeptabel, das ist ein eklatanter Verstoß gegen alle Grundsätze der Meinungs- und Informationsfreiheit, die in den regelnden Dokumenten der baltischen Republiken verankert sind“ (Wladimir Solowjow, Journalistenverband Russlands)
Marat Kassem gilt derzeit als Verdächtiger. Ein lettisches Gericht hat ihn in Untersuchungshaft genommen. Nach Angaben der Geheimdienste soll der Journalist mit einer der Abteilungen einer russischen Nachrichtenagentur zusammengearbeitet haben, die unter EU-Sanktionen steht.
Es wird darauf hingewiesen, dass der Spionageartikel in der Pressemitteilung des Staatssicherheitsdienstes nicht erscheint.
Vor der lettischen Botschaft in Moskau hat am heutigen Freitag eine Kundgebung stattgefunden, an der der Chef der Mediengruppe „Rossiya Segodnya“ Dmitri Kisseljow teilgenommen hat.
Die Festnahme des Chefredakteurs von Sputnik Litauen, Marat Kassem, ist laut Kisseljow rechtswidrig. Die Mediengruppe „Rossiya Segodnya“ wird die internationale Gemeinschaft auffordern, darauf zu reagieren.
„Wir werden uns an die internationale Öffentlichkeit wenden. Es ist klar, dass wir eine Medienkampagne organisieren und alles für die Freilassung von Marat tun werden. Außerdem haben wir Marat rechtlichen Beistand gewährt. Er hat einen Anwalt, der ihn dort verteidigt. Wir erwarten, dass morgen oder in den nächsten Tagen, also am Montag, die Anklage erhoben wird.“
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