Deutsche Bank und JPMorgan beantragen Abweisung von Klagen wegen Geschäften mit Sexualstraftäter

© AP Photo / Mark LennihanDie Deutsche Bank
Die Deutsche Bank  - SNA, 1920, 01.01.2023
Die Deutsche Bank und JPMorgan Chase haben in einem US-Gericht die Abweisung von Klagen von Frauen beantragt, die den beiden Banken vorgeworfen hatten, Geschäfte mit Jeffrey Epstein getätigt und den Sexhandel gefördert zu haben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Die beiden Finanzinstitute hätten sich weder an dem Sexhandel ihres ehemaligen Kunden beteiligt noch davon profitiert, heißt es in Unterlagen, die in einem Bundesgericht in Manhattan am Freitagabend eingereicht worden sind.
Zudem hätten die beiden Frauen, die Ende November Klagen gegen die Banken eingereicht haben, es versäumt, Verstöße gegen ein Bundesgesetz gegen den Menschenhandel geltend zu machen, hieß es.
Die Banken verwiesen auch darauf, dass sie nicht verpflichtet gewesen seien, die Frauen vor Epstein zu schützen, und dass sie nicht zu seinem Missbrauch beigetragen hätten.
Die JPMorgan-Klägerin ist eine ehemalige Balletttänzerin, die mitteilte, Epstein habe sie von 2006 bis 2013 missbraucht und sexuell ausgebeutet. Die Klägerin gegen die Deutsche Bank behauptete, sie habe zwischen 2003 und 2018 unter ähnlichem Missbrauch gelitten. Zahlreiche Barzahlungen der Banken sollen ihnen zufolge zur Bezahlung von Epsteins Opfern verwendet worden sein.
„Ohne die Beteiligung des Finanzinstituts hätte Epsteins Sexhandelssystem weder existieren noch gedeihen können“, zitiert die Nachrichtenagentur AP aus den Klagen.
Die Deutsche Bank äußerte, sie habe von 2013 bis 2018 „routinemäßige Bankdienstleistungen“ für Epstein durchgeführt. Die Klage reiche „nicht annähernd aus, um zu behaupten, dass die Deutsche Bank ... Teil von Epsteins kriminellem Sexhandelsring war.“
„Wir sind enttäuscht über die anhaltenden Bemühungen der Banken, sich der Verantwortung für ihre Rolle bei der Ausweitung und Aufrechterhaltung von Jeffrey Epsteins Sexhandelsring zu entziehen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Anwalt David Boies.
Epstein war von etwa 2000 bis 2013 Kunde von JPMorgan und von 2013 bis 2018 Kunde der Deutschen Bank gewesen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.
Deutsche Bank, Logo - SNA, 1920, 24.09.2022
Deutsche Bank legt Jeffrey-Epstein-Überprüfungsprozess für rund 26 Millionen US-Dollar bei
Die Finanzaufsichtsbehörde des US-Bundesstaates New York hatte im Juli 2020 eine 150 Millionen US-Dollar hohe Geldstrafe gegen die Deutsche Bank wegen ihrer Beziehung zu Epstein verhängt.
Epstein hatte sich 2008 schuldig bekannt, eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen zu haben, und dafür eine 18-monatige Haftstrafe erhalten. Nach einer erneuten Festnahme wegen Vorwürfen des Sexhandels nahm er sich im August 2019 in einem Gefängnis in Manhattan das Leben, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels gewartet hatte.
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