Mediziner alarmiert wegen Krankenstand in Deutschland: „So etwas habe ich noch nicht erlebt“

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Arzt neben einem Patienten (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.12.2022
In vielen Regionen Deutschlands gibt es laut Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, bereits kaum noch freie Intensivbetten und viele Mediziner sind zur Zeit selbst erkrankt. Der Mediziner sprach die Situation am Samstag im Interview mit der „Rheinischen Post“ an.
Corona-Infektionen sind demnach in diesem Winter nicht mehr das Hauptproblem im Land.

„Derzeit kämpfen wir gegen sehr breit gefächerte Krankheitsbilder: Grippe, RS-Virus, Corona und andere Atemwegserkrankungen, dazu die üblichen Notfälle“, so Karagiannidis, der auch Mitglied der Regierungskommission für Krankenhausversorgung ist.

In vielen Regionen gebe es so gut wie keine freien Intensivbetten mehr.

„Der Krankenstand in der Gesellschaft ist aktuell extrem hoch, so etwas habe ich noch nicht erlebt“, so Karagiannidis weiter.

Intensivstation in einem Krankenhaus in Berlin  - SNA, 1920, 12.11.2021
Deutschland droht Überlastung durch Covid-Kranke – Intensivmediziner
Darüber hinaus plädierte er dafür, dass der Staat in Kooperation mit hiesigen Pharmaherstellern bestimmte Medikamente auf Vorrat produzieren lässt, damit diese immer in ausreichenden Mengen verfügbar sind:

„Das wird für das Land zwar teuer, aber ich finde es bedenklich für ein Land wie Deutschland, dass wir seit langer Zeit immer wieder mit solchen Engpässen zu kämpfen haben und sich dieser Mangel wegen der vielen Infekte in diesem Jahr besonders verschärft hat“.

Zuvor war berichtet worden, dass der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ein kurzfristiges Einschreiten der Bundesregierung wegen Lieferproblemen bei Kleinkind-Medikamenten wie Fiebersäften gefordert hatte. „Wir brauchen jetzt eine von der Politik angeschobene Beschaffungsaktion, um wie zu Beginn der Corona-Pandemie in einer Notlage schnell an Fiebersaft, bestimmte Antibiotika und andere selten gewordene Präparate für kleine Kinder zu kommen“, zitierten Medien den Verbandspräsidenten, Thomas Fischbach, am Mittwoch.
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