Scholz versucht Bundesregierung für Scheitern der Russlandpolitik zu rechtfertigen – Moskau

© AP Photo / Michael SohnBundeskanzler Olaf Scholz
Bundeskanzler Olaf Scholz - SNA, 1920, 15.12.2022
Das russische Außenministerium hat die Äußerungen des deutschen Bundeskanzlers, Olaf Scholz, bezüglich einer Wiederaufnahme der bilateralen Zusammenarbeit nach der Beendigung des Ukraine-Konflikts kommentiert.
„Es entsteht der Eindruck, als würde er (Scholz – Anm. d. Red.) versuchen, die Bundesregierung und sich selbst für das Scheitern seiner Russland-Politik und die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme im eigenen Land zu rechtfertigen“, so das russische Außenministerium.
Vom Bundeskanzler seien die Unterstützungsmaßnahmen für das Regime in Kiew und die Gedankengänge akzentuiert worden, dass Russland nach dem Ende des „Krieges“ in der Ukraine nun Deutschland um eine Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen bitten würde.
„Wir werden jedoch keine Bittsteller sein. Die deutsche Politik sollte sich darüber ein für alle Mal klar werden. Olaf Scholz soll selbst das ´Den-Gürtel-Enger-Schnallen´ zum Nachteil der deutschen Wirtschaft verantworten“, so das Außenministerium weiter.
„Für uns ist es offensichtlich, dass diese Akzentuierung durch eine ganze Reihe von Fakten bestimmt wurde, die nicht für den jetzigen deutschen Regierungschef sprechen. Kanzler Scholz wollte lieber nicht darauf eingehen, dass gerade die unüberlegte Politik seines Kabinetts zum Abbruch der deutsch-russischen Wirtschafts- und Energiezusammenarbeit führte, die über Jahrzehnte das Industriewachstum in Deutschland sicherte“, hieß es.
Anlandestation der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin (Archiv) - SNA, 1920, 30.09.2022
Russlands Außenaufklärungsdienst wirft dem Westen Nord Stream Pipelines-Anschläge vor
Mit Schweigen übergangen habe Scholz auch, dass aufgrund nie dagewesener Preissteigerungen bei allen Energieträgern viele deutsche Unternehmen ihre Produktion aus Deutschland in die USA schon jetzt verlagerten. Zudem sei vom Bundeskanzler verschwiegen worden, aus welchem Grund Berlin sich einer Untersuchung der gegen die Gasleitungen Nord Stream 1 und Nord Stream 2 verübten Sabotageakte verschämt und feige verweigert habe, die die deutsche Wirtschaft von Direktlieferungen günstigen russischen Erdgases abkoppelt hätten.
Auch habe Scholz keine Prognose verlauten lassen, wie stark die deutsche Wirtschaft durch den Bumerang durch das antirussische Sanktionsfieber in Wirklichkeit betroffen sein werde, dem die Bundesregierung verfallen sei und andere EU-Länder mit verfallen lasse.

„Das Allerwichtigste dabei: Während Olaf Scholz sich hochtrabend über vermeintlich rein humanitäre und sonstige Gründe ausbreitete, Russland eine Niederlage in der Ukraine beibringen zu müssen, verlor er kein Wort zum Eingeständnis seiner Vorgängerin Angela Merkel, der zufolge Berlin und andere Hauptstädte des Westens die Minsker Vereinbarungen stets als Möglichkeit wahrgenommen haben, zur Vorbereitung Kiews auf den Krieg gegen unser Land auf Zeit zu spielen“, hieß es.

Russlands Außenministerium - SNA, 1920, 08.12.2022
Merkels Äußerung zu Minsker Abkommen „konkreter Anlass für ein Tribunal" – Sacharowa
Alle diese Gedankengänge von Olaf Scholz bezeugten eine Krise im Verständnis der aktuellen Situation und in der strategischen Sichtweise. Offenbar stoße das Denkvermögen der jetzigen Bundesregierung hier an seine Grenzen.
Zuvor hatte Scholz in seiner Rede zum Jubiläum des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft den russischen „Angriffskrieg“ gegen die Ukraine verurteilt und Moskau bei einer Beendigung des Krieges „angeboten“, auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit wieder aufzunehmen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала