Klarstellung des BBK: Winter-Blackouts in Deutschland doch „äußerst unwahrscheinlich“

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Strom im Winter (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.11.2022
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) hat die jüngsten Aussagen seines Präsidenten, Ralph Tiesler, bezüglich der Blackout-Warnungen für Deutschland zurückgenommen und die „missverständliche Formulierung“ klar gestellt.
Das BBK hält einen großflächigen Stromausfall im Winter doch für „äußerst unwahrscheinlich“. Tiesler habe sich zuvor auf ein solches Szenario bezogen, „um die grundsätzliche Bedeutung von Vorsorgemaßnahmen hervorzuheben“, so die Behörde am Sonntag via Twitter.
Das elektrische Energieversorgungssystem sei mehrfach redundant ausgelegt und verfüge über zahlreiche Sicherungsmechanismen, um das Stromnetz bei Störungen zu stabilisieren.
„Ebenso wird die Wahrscheinlichkeit als gering angesehen, dass es regional und zeitlich begrenzt zu erzwungenen Abschaltungen kommt, um die Gesamtversorgung weiter sicherzustellen“, hieß es in der Pressemittelung weiter.
Die Behörde bedauere „die missverständliche Formulierung“ Tieslers und stelle diese hiermit klar.
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hatte zuvor Tieslers Äußerungen widersprochen.

„Deutschland verfügt über eines der weltweit zuverlässigsten Stromversorgungssysteme“, so ein BNetzA-Sprecher gegenüber den Funke-Zeitungen.

Es gebe zahlreiche Mechanismen und Reserven zur Stabilisierung des Stromnetzes in angespannten Situationen. Die BNetzA halte die Wahrscheinlichkeit für gering, dass erzwungene Abschaltungen im kommenden Winter erforderlich würden.
Glühbirne (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.10.2022
EU-Kommission bereitet Europa auf Blackouts vor
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, hält regionale Stromausfälle im Winter aber für denkbar. Die von den Katastrophenschützern beschriebene Situation sei „lediglich der richtige Hinweis, dass bei Energieknappheit zur Stabilisierung des Netzes vorübergehend regional und zeitlich begrenzt die Stromversorgung abgeschaltet oder begrenzt werden muss“, sagte Landsberg dem „Handelsblatt“. Er forderte zugleich eine Neuausrichtung und Modernisierung des zivilen Katastrophenschutzes.

Oberster Katastrophenschützer und Winter-Blackouts

Zuvor hatte Tiesler in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ vor Blackouts in den kommenden Monaten gewarnt. „Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird. Damit meine ich eine regional und zeitlich begrenzte Unterbrechung der Stromversorgung“, so Tiesler. „Das Risiko dafür steigt ab Januar und Februar, sodass wir davon ausgehen, dass es von da an stellenweise für eine gewisse Zeit zu Unterbrechungen der Stromversorgung kommt“, so Tiesler weiter.

Merz: „Uns droht Anfang nächsten Jahres ein Blackout“

Der CDU-Chef Friedrich Merz hatte zuvor Anfang September erklärt, dass Deutschland spätestens im August dafür hätte sorgen sollen, zumindest für die drei noch laufenden Atomkraftwerke neue Brennstäbe bestellt zu haben. Laut Merz wären damit zunächst einmal insgesamt 20 Millionen Haushalte sicher mit Strom versorgt. Wenn nur jeder fünfte Gaskunde diesen Winter mit Strom heize, verdoppele sich der Strombedarf der privaten Haushalte. Es drohe eine vollkommene Überlastung des Stromnetzes im Herbst und Winter sowie eine mangelhafte Versorgung mit Strom. „Wenn diese Regierung so weitermacht und aus ideologischen Gründen am Atomausstieg festhält, droht uns Anfang nächsten Jahres ein Blackout“, sagte Merz damals.
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