„Bedrohliches Ausmaß“: Moskau über Demontage von sowjetischen Denkmälern besorgt

© SNA / Stringer / Zugriff auf das MedienarchivDer Abriss des Denkmals an die Befreier der lettischen Hauptstadt Riga von faschistischen Besatzer
Der Abriss des Denkmals an die Befreier der lettischen Hauptstadt Riga von faschistischen Besatzer - SNA, 1920, 12.11.2022
Die Ständige Vertretung Russlands bei der UNSESCO hat die Organisation auf den Abriss von Denkmälern für sowjetische Soldaten in der Ukraine und den baltischen Staaten aufmerksam gemacht.
Der Kampf gegen Denkmäler habe ein bedrohliches Ausmaß angenommen, und nicht nur in der Ukraine, wo radikale Nationalisten an der Macht sind, sondern auch in Europa, vor allem in den baltischen Staaten, hieß es in einem Kommentar der Behörde, der auf der Webseite des russischen Außenministeriums veröffentlicht wurde.
Seit Jahresbeginn habe es in Estland mehr als 40 Fälle von Denkmalschändungen gegeben, berichtete die Ständige Vertretung Russlands unter Verweis auf estnische Medienberichte. In Litauen habe es 15 solcher Fälle gegeben. In Lettland müssen laut Rechtsvorschriften bis zum 15. November 69 Denkmäler abgerissen werden.
Erst vor Kurzem sei in der lettischen Stadt Šķaune ein Soldatenfriedhof zerstört worden, in dem die sterblichen Überreste von mehreren Dutzenden sowjetischen Soldaten ruhten, die während des Zweiten Weltkrieges gefallen seien.
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Diese „barbarische Politik“ ziele darauf ab, die Geschichte für die Zwecke der politischen Agenda zu revidieren. Dabei werde bei der Missachtung des Gedenkens an die Kämpfer gegen den Faschismus die Meinung von „Millionen besorgter Bürger“ ignoriert.
Zudem würden auf diese Weise bilaterale Verträge über den Schutz von Kriegsdenkmälern verletzt. Auch internationale politische Verpflichtungen, darunter die Grundsätze der UNESCO-Erklärung, die die vorsätzliche Zerstörung von Kulturerbe verurteile, würden mit Füßen getreten, hieß es weiter im Kommentar.
„Die auf der Asche des Zweiten Weltkriegs gegründete UNESCO verdankt ihre Existenz den Helden, die im Kampf gegen den Nazismus gefallen sind, und darf gegenüber der heutigen Barbarei nicht gleichgültig bleiben.“
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Die Zerstörung von Denkmälern fördere nur die gegenwärtigen Formen von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit verbundener Intoleranz. Die Bekämpfung dieser gefährlichen Phänomene sei eine der wichtigsten Aufgaben der UNESCO.
„Wir fordern die UNESCO auf, sich um Denkmäler nicht auf selektiver Grundlage mit politischer Motivation zu kümmern“, hieß es in dem Dokument abschließend.
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