Wirtschaftsweise wollen Top-Verdiener stärker belasten

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Geld (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.11.2022
Der Sachverständigenrat hat sich in seinem Jahresgutachten für einen befristeten Energie-Solidaritätszuschlag oder eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes ausgesprochen, um die Lasten der Energiekrise gerechter zu verteilen und um die Staatsfinanzen zu schonen.
Laut dem Gremium sind die bisherigen milliardenschweren Entlastungspakete nicht zielgenau genug. Denn auch einkommensstarke Haushalte hätten von Maßnahmen wie dem Tankrabatt und Energiepauschalen profitiert – obwohl sie sich die höheren Energiepreise eigentlich leisten könnten.
Es sollte vor allem um die Entlastung der unteren und mittleren Haushalte gehen, die am Ende des Monats kein Geld mehr übrig hätten, so die Vorsitzende des Sachverständigenrates, Monika Schnitzer, am Mittwoch in Berlin. Es werde deswegen „zuviel Geld ins System“ gegeben. Der Staat müsse noch mehr Schulden aufnehmen und die Inflation werde weiter angeheizt.
Deswegen sprach Schnitzer von einem Gesamtpaket aus Ent- und Belastungen. Deutschland sei wegen der Energiekrise ärmer, und irgendjemand müsse das zahlen. Dies sollten nicht nachfolgende Generationen sein. Höhere Belastungen für Besserverdienende sollten so lange andauern, bis Entlastungsmaßnahmen wirkten. Das sei Stand jetzt bis Anfang 2024 absehbar.
Wie genau ein höherer Spitzensteuersatz aussehen könnte, sagten die Wirtschaftsweisen nicht. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift aktuell ab einem zu versteuernden Einkommen von 58.597 Euro.
Der Finanzminister Christian Lindner sei jedoch gegen diesen Vorschlag: „Was wir jetzt tun müssen, ist doch, Schaden von unserer wirtschaftlichen Substanz abzuwenden, Arbeitsplätze sicher zu halten und Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen. Deshalb wären in der jetzigen Phase wirtschaftlicher Unsicherheit zusätzliche Belastungen bei der Steuer enorm gefährlich."
Geld (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.11.2022
66 Prozent der Deutschen verstehen Entlastungsmaßnahmen nicht mehr
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