„Herzlose“ Maßnahmen oder Anpassung an Realität? Ökonomen kritisieren Gaspreisdeckel für Industrie

© SNA / Alexej SuchorukowGeld (Archiv)
Geld (Archiv) - SNA, 1920, 03.11.2022
Ökonomen melden Zweifel an, ob die staatlichen Milliarden-Hilfen in Höhe von 200 Milliarden Euro in der Energiekrise sinnvoll sind, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk am Donnerstag.
Wer Geld an alle verteile, helfe am Ende den Falschen, behauptet der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Reint Gropp. Er würde nur kleinere und mittlere Jahreseinkommen entlasten und die absolute Obergrenze bei 40.000 bis 50.000 Euro Einkommen setzen, um mehr sparen zu können. Der Industrie würde der Wirtschaftsforscher gar nicht helfen, denn der Gaspreis werde auf viele Jahre hoch bleiben, und die Industrie müsse damit leben können.
„Es ist ein permanentes Problem, dass die Industrie mit diesen höheren Energiepreisen leben muss. Entweder kann der Staat sie bis in alle Ewigkeiten subventionieren oder er kann sagen, ihr müsst jetzt Lösungen finden, wie ihr mit weniger Energieverbrauch produzieren könnt."
Auch Rolf Langhammer, der Ex-Vizepräsident am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, sagt, man müsse Insolvenzen in Kauf nehmen.
„Ökonomen sind da manchmal etwas herzlos. Aber wir müssen den Bürgern halt klarmachen: So sind die Preise, das können wir zurzeit nicht ändern. Und wir werden alle ziemlich ärmer (…).“
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