Lawrow: Deutsche wollen niemandem etwas für Zweiten Weltkrieg schulden – „ein gefährlicher Trend“

© SNA / POOL / Zugriff auf das MedienarchivRusslands Außenminister Sergej Lawrow
Russlands Außenminister Sergej Lawrow  - SNA, 1920, 30.10.2022
Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, hat die Haltung deutscher Politiker, die die Frage der Verantwortung Deutschlands für die Nazi-Verbrechen als erledigt wahrnehmen, als „gefährlich“ bezeichnet. Es gehe nicht um Reparationen, sondern um die Verantwortung für Frieden in Europa und das Entgegenwirken der Wiederbelebung des Nazismus.
„Schon lange vor dem Beginn der Spezialoperation in der Ukraine haben wir in Kontakten mit unseren deutschen Kollegen wahrgenommen, dass sie mit verschiedenen Methoden und in verschiedenen Ausdrucksformen eine klare Botschaft senden: ‚Liebe Kollegen, wir Deutsche haben alles und allen bezahlt und schulden niemandem mehr etwas. Hören Sie also auf, uns die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs vorzuwerfen‘“, sagte er in einem Interview mit dem russischen Sender „Erster Kanal“. Den Tremd bezeichnete er als „recht gefährlich”.
Dabei gehe es ihm nicht um das Thema Reparationen, das von Polen und Greichenland angesprochen werde, sondern um die Verantwortung für die friedliche Entwicklung des Kontinents und das Entgegenwirken dem Wiederaufbau des Nazismus, „der jetzt leider recht schnell wieder aufersteht, vor allem in der Ukraine, die die Deutschen unterstützen.“
„Die Erklärung von Selenski, dass es ein Fehler wäre, auf Atomwaffen zu verzichten, wurde von seinen westlichen Gönnern in keiner Weise verurteilt“, so Lawrow.
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Der Minister zeigte sich darüber besorgt, dass einige Stimmen in Europa in der letzten Zeit versucht hatten, mit dem Thema Nuklearwaffen „unverantwortlich zu spielen”.
So habe im Februar der damalige französische Außenminister, Jean-Yves Le Drian, erklärt, Russland solle nicht vergessen, dass die Nato auch über Atomwaffen verfüge.

„Der Inspekteur der deutschen Luftwaffe, Ingo Gerhartz, sagte ‚plötzlich‘, dass die Nato-Länder sich auf einen Atomkrieg und einen Nuklearwaffen-Einsatz vorbereiten müssten. Er wandte sich an den russischen Staatschef [Wladimir] Putin und sagte, er solle sich nicht mit den Nato-Staaten anlegen. Aus dem Munde eines Deutschen ist dies eine sehr aufschlussreiche Aussage“, sagte der russische Außenminister.

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Ein wesentlicher Teil der russischen Bürger würde aus Familien stammen, die auf die eine oder andere Weise am Großen Vaterländischen Krieg teilgenommen haben, betonte Lawrow. Das Gedenken an jenen Krieg sei aufgrund der großen Zahl von Opfern und aufgrund der Opferbereitschaft, die das multinationale sowjetische Volk an den Tag gelegt habe, heilig.
„Das unterscheidet uns von denjenigen, die beginnen, mit dem Thema Atomwaffen leichtfertig umzugehen“.
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