Putin auf Waldai-Forum: Manche europäische Staaten sind zu „Vasallen“ geworden – oft ohne Stimmrecht

© SNA / Sergej Gunejew / Zugriff auf das MedienarchivPutin auf einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit Macron im Kreml
Putin auf einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit Macron im Kreml - SNA, 1920, 27.10.2022
Der russische Präsident, Wladimir Putin, hat an diesem Donnerstag vor den Teilnehmern des Internationalen Waldai-Forums in Moskau eine Rede gehalten. Dabei kamen solche Themen wie der Ukraine-Konflikt, die Rolle des Westens und der USA in der heutigen Welt sowie Spekulationen über einen möglichen Atomwaffen-Einsatz durch Russland zur Sprache.
Hier sind die wichtigsten Äußerungen des Präsidenten:
Das Motto „Wir lassen unsere Mitmenschen nicht im Stich“ steckt tief im Inneren, im Herzen jedes Russen.
Das russische und das ukrainische Volk sind vereint – das ist eine historische Tatsache. Die Situation für Russland hätte sich nur verschlechtert, wenn es die Spezialoperation in der Ukraine nicht begonnen hätte.
Der einzig wahre Garant der Souveränität der Ukraine könnte nur Russland sein, das sie auch geschaffen hat.
Die unmittelbare Bedrohung des westlichen Monopols besteht in der Schaffung von alternativen Gesellschaftsmodellen, die attraktiver und wirksamer sind.
Der Westen verliert seine Überlegenheit und wird somit zu einer Minderheit auf der Weltarena. Allerdings muss das Recht dieser westlichen Minderheit auf eine eigene kulturelle Identität natürlich gesichert werden.
Es gibt überhaupt keine Stabilität in den Beziehungen zum Westen: Nachdem Dokumente unterzeichnet worden sind, verzichtet der Westen auf die beschlossenen Vereinbarungen.
Der Westen stuft jeglichen alternativen Standpunkt als „subversive Propaganda und Bedrohung für die Demokratie“ ein - jegliche Kritik an Russlands Gegenspielern wird als „Intrigen des Kreml“ wahrgenommen. Aber man kann nicht die „Intrigen des Kreml“ für alles verantwortlich machen.
Früher hatten nur wenige Länder es gewagt, mit den USA zu streiten. Heutzutage ist es üblich, dass verschiedene Länder die unbegründeten Forderungen Washingtons zurückweisen, obwohl es immer noch versucht, alle unter Druck zu setzen.
Die Menschen im Donbass leben seit acht Jahren unter Beschuss (durch die Ukraine - Anm. d. Red.), der bis heute andauert.
„Wir mussten etwas für uns entscheiden. Was konnten wir entscheiden? Ihre Unabhängigkeit anerkennen. Aber ihre Unabhängigkeit anzuerkennen und sie im Stich zu lassen ist inakzeptabel. Also mussten wir Folgendes tun, was wir auch getan haben: Sie in Russland aufnehmen.“
Wladimir Putin und Sergej Lawrow (links) bei der feierlichen Übergabe der Beglaubigungsschreiben an neu eingetroffene ausländische Botschafter im Großen Kremlpalast (Archivbild) - SNA
Wladimir Putin
Russlands Präsident
In der modernen Welt wird es nicht funktionieren, auszusitzen – wer Wind sät, wird Sturm ernten.
Selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges ist niemand darauf gekommen, die Existenz der Kultur und Kunst der Gegner zu leugnen.  
Für das Überleben der westlichen Zivilisation ist der gesamte Planet als Lebensraum notwendig.  
Niemand wird dem russischen Volk vorschreiben können, „welche Art von Gesellschaft wir aufbauen sollen“.  
Traditionelle Werte sind keine festen Postulate, sie sind jeweils einzigartig für jedes Volk, sie sollten nicht aufgezwungen, sondern respektiert werden.  
Russland sieht sich nicht als Feind des Westens.  
Es gibt mindestens zwei Westen – einen traditionellen, mit einer äußerst reichen Kultur, und einen aggressiven und kolonialen.  
Russland konnte und wird niemals zerstört und von der geopolitischen Landkarte „verwischt“ werden.  
Russland wird nicht zu einem „Hegemon“ werden.
„Wir brauchen keinen Atomschlag gegen die Ukraine, das macht keinen Sinn – weder militärisch noch politisch.“
Das Aufbauschen der These über den möglichen Einsatz von Nuklearwaffen durch Russland dient dazu, Russlands Freunde und Verbündete zu beeinflussen.
Kiew bekundet den Wunsch, Atomwaffen zu besitzen – dabei sagt es ständig, Russland sei es, das das Atomkraftwerk Saporoschje beschieße.
Der Westen hat durch seine Nutzung des Dollar als Waffe die Idee des Systems der Reservewährung diskreditiert.
Die Bedeutung des gegenwärtigen historischen Moments besteht darin, dass sich für alle Länder Möglichkeiten für einen originellen Entwicklungsweg eröffnen.
Es ist sinnvoll, eine Änderung der Struktur des UN-Sicherheitsrates in Erwägung zu ziehen, so dass diese die globale Vielfalt widerspiegeln wird.
Der Zerfall der UdSSR hat das Gleichgewicht der Welt zerstört.
Manche europäische Staaten merken hinter ihrer Arroganz nicht, dass sie selbst schon zu „Vasallen“ geworden sind – „oft ohne Stimmrecht“.
Es ist nicht Russland, sondern der Westen, der die aktuelle Situation in der Ukraine herbeigeführt hat.
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