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Energiekrise: Wirtschaftskammer Österreich befürchtet „Kahlschlag“ bei kleinen Lebensmittelhändlern

CC0 / Alexas_Fotos / Pixabay / ein Einkaufswagen
ein Einkaufswagen - SNA, 1920, 27.10.2022
Die stark steigenden Energiekosten in Österreich treiben zahlreiche selbstständige Nahversorger in die Verlustzone, warnt die Wirtschaftskammer des Landes (WKO). Immer mehr Kaufleute schreiben demnach Verluste, hunderte kleine Unternehmen sind bereits in massiver wirtschaftlicher Bedrängnis.
„Unsere Branche ist einerseits schon seit Ende 2021 in allen Warengruppen mit massiven Preissteigerungen seitens der Lieferanten konfrontiert, die wir gar nicht vollumfänglich an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergeben“, so Christian Prauchner, der Obmann des Lebensmittelhandels in der WKO und Geschäftsführer von Lebensmittelgeschäften in mehreren Gemeinden in Niederösterreich.
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Gleich mehrere Lebensmittelhändler haben sich an die Bundesregierung gewandt, „um einen veritablen Kahlschlag in der Nahversorgerlandschaft zu verhindern“. Dafür werde dringend Unterstützung gebraucht.
„Wir wollen, dass Lebensmittel leistbar bleiben und versuchen hier vieles abzufedern. Da wir auf der anderen Seite aber auch selbst mit explodierenden Energiekosten insbesondere für die Kühlanlagen kämpfen, sind bereits hunderte Nahversorger in massiver wirtschaftlicher Bedrängnis“, so Prauchner weiter.
Derzeit werden mehr als 1600 Geschäftsstandorte in Österreich von selbständigen Kaufleuten betrieben, die über die Handelshäuser ADEG, Nah&Frisch, SPAR, UNIMARKT und Sutterlüty organisiert seien, so die WKO. Ein Großteil davon befinde sich im ländlichen Raum. Hinzu kämen mehr als 2500 unabhängige – das heißt nicht über Handelsorganisationen strukturierte – Lebensmitteleinzelhändler in Österreich, vom Greißler an der Ecke bis zum Bio-Laden.
„Wenn es nicht bald zu wirksamen Unterstützungsmaßnahmen kommt, werden viele dieser insgesamt mehr als 4000 selbstständigen Kaufleute für immer schließen“, so die WKO.
Der von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Energiekostenzuschuss für Unternehmen ist laut Prauchner nicht treffsicher, bis zu 70 Prozent der Mehrkosten würden nicht abgedeckt.
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