Energiekrise: Lauterbach will drohende Klinik-Pleiten abwenden

© AP Photo / Michael SohnDer Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach
Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach - SNA, 1920, 16.10.2022
Wegen steigender Energiekosten drohen in Deutschland Krankenhaus-Schließungen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will das nun mit staatlichen Hilfen verhindern.
„Die Krankenhäuser haben eine ganz besondere Situation. Wenn wir da nicht schnell und auch wirklich drastisch reagieren, kommt es zu Schließungen“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag im ARD-„Bericht aus Berlin“.
„Was man sicher sagen kann, ist, dass die Krankenhäuser in den nächsten Monaten in eine ganz drastische Liquiditätsproblematik kommen“, so Lauterbach. „Das muss gelöst werden.“
Da die Situation bei den Krankenhäusern sehr unterschiedlich sei, lehnte Lauterbach Hilfen nach dem Gießkannenprinzip ab. „Wenn das per Gießkanne liefe, dann würden die oft privaten Häuser“ mit ihrer meist besseren Bausubstanz einen Ersatz für Energiekosten erhalten, „die tatsächlich nie entstanden sind“, hieß es.
Über die Höhe und die Ausgestaltung der Hilfen konnte der Minister noch keine Auskunft geben. Denn er müsse dies zuerst am Dienstag mit Bundesfinanzminister Christian Linder verhandeln. Zudem lasse sich die Höhe der zusätzlichen Energiekosten der Kliniken im kommenden Jahr noch nicht abschätzen.
Im Zusammenhang mit der künftigen Finanzierung der Krankenhäuser verwies Lauterbach auch auf die laufenden Arbeiten an einer großen Krankenhausreform. „Wir wollen das Fallpauschalensystem überwinden“, sagte er mit Blick auf die seit 20 Jahren gültige Vorgehensweise, den Kliniken für dieselbe Leistung jeweils gleich viel Geld zu zahlen. Die geplante große Reform werde das System viel effizienter machen.
In Deutschland gibt es etwa 1900 Krankenhäuser mit etwa 490.000 aufgestellten Betten. Die deutsche Krankenhausgesellschaft hatte zuvor Zusatzausgaben für sie auf rund 15 Milliarden Euro in den Jahren 2022 und 2023 kalkuliert.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach - SNA, 1920, 28.08.2022
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