„Pilotprojekt“: Köln setzt Rahmenbedingungen für Muezzin-Rufe

© AP Photo / Martin MeissnerDITIB-Zentralmoschee Köln (Archiv)
DITIB-Zentralmoschee Köln (Archiv) - SNA, 1920, 14.10.2022
An der Kölner Zentralmoschee in Ehrenfeld wird am heutigen Freitag erstmals der Muezzin öffentlich über Lautsprecher die Einwohner der Stadt zum Freitagsgebet rufen. Dies wird allerdings unter einer Reihe von Bedingungen erfolgen, die die Stadtverwaltung festgelegt hat.
Ein Muezzin – ein Ausrufer, der vom Minarett die Zeiten zum Gebet verkündet – muss gleich mehrere Regeln befolgen. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ zitiert die Stadtverwaltung dazu:

„Nach Auffassung der Stadt ist der Gebetsruf ein von der freien Religionsausübung gedecktes Recht. Deshalb hat die Stadt Köln Rahmenbedingungen festgelegt, nach denen Moscheegemeinden den Gebetsruf erklingen lassen können.“

Das Pilotprojekt ist laut einer Sprecherin der Stadt zunächst auf zwei Jahre befristetet. Ein Muezzin-Ruf dürfe nur freitags zwischen 12 und 15 Uhr erfolgen. Dabei dürfe er maximal fünf Minuten andauern. Und noch eine weitere Regel, die für die nicht muslimischen Anwohner in der Umgebung wohl am wichtigsten sein mag: Der Muezzin-Ruf darf nur mit einer Lautstärke von höchstens 60 Dezibel (dB) ankommen.
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Um zu vergleichen, wie laut das sein kann: Eine Lautstärke um die 60 dB kann nach Angaben von „Hansaton“, einem der weltweit führenden Anbieter für Hörsysteme, eine normale Unterhaltung erreichen. Flüstern hat etwa 30 dB und ein laut schreiendes Baby schafft es, wie ein Motorrad, auf rund 80 dB.
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