„Irritierend, schockierend und unfassbar“: Scholz macht Aussage über Putins „Gas-Erpressung“

© Foto : VDMAonline / ScreenshotEröffnungsrede von Bundeskanzler Olaf Scholz bei Maschinenbau-Gipfel in Berlin, 11.10.2022 (Screenshot)
Eröffnungsrede von Bundeskanzler Olaf Scholz bei Maschinenbau-Gipfel in Berlin, 11.10.2022 (Screenshot) - SNA, 1920, 12.10.2022
Der deutsche Bundeskanzler, Olaf Scholz, hat auf dem Maschinenbau-Gipfel in Berlin einen Satz über russische Energielieferungen gemacht, der in Medien für heftige Kritik gesorgt hat. Viele bezeichneten die Aussage als „unfassbar“.
Am Dienstagabend erklärte Scholz bei seiner Rede anlässlich des 13. Maschinenbau-Gipfels in Berlin, dass der russische Präsident, Wladimir Putin, die Energielieferungen „als Waffe“ nutze.

„Ich war mir immer sicher, dass er das tun würde“, so Scholz.

Wegen dieser Aussage hagelte es Kritik. Am Mittwochmorgen schrien bunte Schlagzeilen in vielen Massenmedien, dass der Bundeskanzler mit dem „unfassbaren“ Satz irritiere und sogar schockiere. Journalisten im In- und sogar Ausland erinnerten Scholz daran, dass er noch im Dezember des vorigen Jahres das Projekt Nord-Stream-2 trotz aller Kritik doch selbst nicht hatte stoppen wollen. Im Team von der damaligen Bundeskanzlerin, Angela Merkel, war er erst Arbeits-, dann Finanzminister und Vizekanzler. Und er habe damals selbst den Kurs von Merkel mitgetragen. Scholz habe selbst die Pipeline als „privatwirtschaftliches Projekt“ bezeichnet. Und nun wolle er plötzlich die „Gas-Erpressung“ von Putin vorhergesehen haben, schreiben Medien am Mittwoch.
Bundeskanzler Olaf Scholz - SNA, 1920, 26.09.2022
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Scholz sagte zudem - wie schon öfter bei früheren Auftritten in diesem Jahr - dass er daher bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Dezember 2021 seine Mitarbeiter gefragt habe, was eigentlich passieren würde, wenn Russland kein Gas mehr liefere.

„Das war – ich glaube, das kann man hier sagen – zu einer Zeit, als die allermeisten das noch nicht für wahrscheinlich gehalten haben. Aber ich habe es für möglich gehalten“, so Scholz weiter auf dem Maschinenbau-Gipfel.

„Noch im Dezember sagte Olaf Scholz, Nord Stream 2 sei ein rein privatwirtschaftliches Projekt. Jetzt sein Gewissen und seine Position zu entdecken, erscheint seltsam“, zitiert die Zeitung „Politico“ den CDU-Politiker Roderich Kiesewetter zu den Worten von Scholz.
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