Bericht: EU will Tausende ukrainische Soldaten ausbilden

© AP Photo / Leo CorreaUkrainische Militärangehörige
Ukrainische Militärangehörige  - SNA, 1920, 09.10.2022
Die EU-Staaten wollen im kommenden Winter bis zu 15.000 Soldaten der ukrainischen Armee auf europäischem Boden ausbilden. Die beiden Einsatz-Hauptquartiere sollen dabei in Deutschland und Polen sein, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Verweis auf hochrangige EU-Diplomaten.
Die zuständigen EU-Botschafter haben demnach im Rahmen des „Politischen und Sicherheitspoltischen Komitees“ einen Beschluss verabschiedet, wonach die entsprechenden Module und Strukturen schnell errichtet werden sollen. Bei einem Treffen am 17. Oktober in Luxemburg sollen nun die EU-Außenminister die neue Trainingsmission beschließen. Sie werde als eine Ergänzung zu den bisherigen Trainingseinheiten der einzelnen EU-Staaten für ukrainische Soldaten dienen.
Mit dieser Ausbildung soll die Ukraine in die Lage versetzt werden, „Kampfoperationen zur Verteidigung der territorialen Integrität und Souveränität eigenständig durchzuführen“. Das Mandat dafür soll zunächst für zwei Jahre gelten. Die Zahl der Auszubildenden könnte zudem künftig noch weit über 15.000 Menschen erhöht werden.
In Polen soll somit ein multinationales Trainingskommando auf operativer Ebene errichtet werden. Dort sollen Ukrainer etwa in der Abwehr chemischer, biologischer und nuklearer Waffen, im Sanitätswesen und im Umgang mit Cyberangriffen ausgebildet werden. Auch die Ausbildung in militärischer Logistik, in der Instandsetzung von Waffen, im Häuserkampf und in Fragen der Luftverteidigung sowie des Artillerieeinsatzes gehörten dazu.
In dem zweiten Trainingskommando werde Deutschland in größerem Umfang spezielle Ausbildungseinheiten anbieten, beispielsweise Minenräumung oder Taktikschulungen. Es solle aber auch Lehrgänge in anderen Mitgliedstaaten geben.
Des Weiteren will die EU die Militärhilfe für Kiew in den kommenden Monaten von derzeit 5,7 Milliarden auf zehn bis zwölf Milliarden Euro ausbauen. Mit diesem Geld werden unter anderem teilweise die EU-Waffenlieferungen an Kiew finanziert. Konkrete Entscheidungen gebe es jedoch noch nicht.
Deutsche IRIS-T-Rakete (Archiv) - SNA, 1920, 23.08.2022
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