Serbien weist ukrainische Forderungen nach antirussischen Sanktionen zurück

© AP Photo / Darko VojinovicSerbiens Präsident Aleksandar Vucic spricht auf einer Pressekonferenz in Belgrad, Serbien (Archivbild)
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic spricht auf einer Pressekonferenz in Belgrad, Serbien (Archivbild) - SNA, 1920, 04.10.2022
Die Forderungen des ukrainischen Botschafters in Belgrad, Wladimir Tolkatsch, nach Unterstützung der antirussischen EU-Sanktionen durch Serbien haben eine scharfe Reaktion in Belgrad hervorgerufen. Der serbische Präsident, Aleksandar Vucic, warf Kiew vor, Serbien zu Zeiten der Nato-Bombardements 1999 keine Unterstützung angeboten zu haben.
„Wenn ausländische Diplomaten meinen, es sei an der Zeit, in arroganter Weise Druck auf unser Land auszuüben, dann haben sie einen falschen Zeitpunkt gewählt“, sagte Vucic als Reaktion auf eine Äußerung des ukrainischen Botschafters in Belgrad, Wladimir Tolkatsch, der Serbien aufgefordert hatte, die EU-Sanktionen gegen Russland zu unterstützen.
„Wir werden nicht zulassen, dass selbst diejenigen, die viel stärker sind, dies tun. Wir haben nichts Böses gegen die Ukraine getan“, so Vucic weiter.
Gleichzeitig betonte er, Serbien habe weder die Referenden in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie in den Gebieten Cherson und Saporoschje noch den Beitritt von einstigen ukrainischen Regionen zu Russland anerkannt.
Zudem könne er sich nicht daran erinnern, dass die Ukraine 1999 Jugoslawien geholfen oder Flüge von Kiew in die Länder, die das ehemalige Jugoslawien bombardiert haben, ausgesetzt habe. „Sie können jemanden anderen belehren“, fügte er hinzu.
Flagge der Europäischen Union - SNA, 1920, 22.09.2022
Antwort auf Teilmobilmachung: EU-Außenminister wollen achtes Sanktionspaket gegen Russland
Auch der serbische Innenminister, Aleksandar Vulin, hat Vorwürfe wegen fehlender Unterstützung zu Zeiten des Nato-Militäreinsatzes gegen Jugoslawien geäußert.
„Dutzende von serbischen Jungen und Mädchen wurden bei den Nato-Bombardements getötet. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Ukraine damals eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates oder die Verhängung von Sanktionen gegen die Aggressoren gefordert hätte“, sagte er.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic - SNA, 1920, 03.09.2022
Vucic: Werde Serben Verhängung von antirussischen Sanktionen nicht erklären können
Allerdings sei es nicht zu spät für die Ukraine und alle anderen Länder, die Kriegsverbrecherprozesse für den Ukraine-Russland-Konflikt fordern, zu verlangen, dass die Mörder serbischer Kinder während der Nato-Aggression vor Gericht gestellt würden: „Es gibt keine Verjährungsfrist für Kriegsverbrechen, hier ist eine Chance zu zeigen, dass man Prinzipien hat“, fügte der Minister hinzu.
Tolkatsch hatte zuvor in einem Interview mit dem Sender N1 geäußert, es falle Kiew immer schwerer, die Argumente Serbiens gegen die Verhängung von Sanktionen gegen Russland zu verstehen. Außerdem sollten sich die Ukraine und Serbien seiner Ansicht nach gegenseitig in militärisch-technischer Hinsicht unterstützen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала