Ungarischer Außenminister: EU-Sanktionsstrategie ist gescheitert

© AP Photo / Petr David JosekDer ungarische Außenminister, Péter Szijjártó (Archiv)
Der ungarische Außenminister, Péter Szijjártó (Archiv) - SNA, 1920, 26.09.2022
Laut dem ungarischen Außenminister, Péter Szijjártó, ist die Sanktionspolitik der Europäischen Union gescheitert. Gleichzeitig wies er aber den Vorwurf zurück, Ungarn stehe eher auf der Seite Russlands als auf der der EU und ihrer Partner.
Die EU-Sanktionspolitik ist laut Szijjártó gescheitert, „weil die Sanktionen, die gegen Russland verhängt wurden, für Europa schädlicher und schmerzhafter sind als für die Russische Föderation.“ Die Inflation, Nebenkosten, Erdgas- und Lebensmittelpreise seien durch die Sanktionen in die Höhe geschossen, erklärte Szijjártó gegenüber dem TV-Sender „Hirado“ am Sonntag.

„Wenn man Sanktionen gegen jemanden verhängt, dann sollten sie eher dem Zielobjekt schaden und nicht einem selbst“, hatte er zuvor am Samstag im Gespräch mit CNN erklärt.

Dabei wies Szijjártó den Vorwurf zurück, Ungarn stehe eher auf der Seite Russlands als auf der der EU und ihrer Partner. Budapest habe bisher kein Veto gegen irgendwelche Sanktionsregelungen eingelegt:
„Alle sieben Sanktionsregelungen, die bisher in Kraft waren, wurden in der Europäischen Union einstimmig beschlossen. Hätten wir diese Sanktionspakete nicht unterstützt, wären sie nicht eingeführt worden und würden derzeit nicht durchgesetzt werden“, so Szijjártó.
„Wir haben jedoch sehr deutlich gemacht, dass wir nicht bereit sind, unsere sichere Energieversorgung zu gefährden, auf keinen Fall“, so der ungarische Minister weiter.
Ungarische Flagge (Symbolbild) - SNA, 1920, 10.09.2022
Wegen Haltung zu Russland: Tschechischer Minister schließt EU-Austritt Ungarns nicht aus
Zuvor war berichtet worden, dass Szijjártó die EU-Länder aufgefordert hatte, auf weitere Sanktionen gegen Russland zu verzichten, da es die Probleme nur weiter vertiefen würde. Europa leide unter den antirussischen Sanktionen, die den Anstieg der Inflation und der Energiekosten verursacht hätten, mehr als Russland selbst.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала