Scholz besucht VAE und Katar

© AP Photo / Christophe GateauOlaf Scholz (Archiv)
Olaf Scholz (Archiv) - SNA, 1920, 25.09.2022
Der deutsche Bundeskanzler, Olaf Scholz, besucht am zweiten Tag seiner Reise durch die Golfstaaten die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Auf der Agenda der beiden Treffen stehen, wie bereits gestern in Saudi-Arabien, Lieferverträge für Gas und Wasserstoff.
„Wir haben hier eine ganze Reihe von Projekten vorangebracht, was die Produktion und Abnahme von Diesel und Gas betrifft, wir haben LNG-Projekte, die hier eine Rolle spielen, und natürlich auch vieles, was mit der Modernisierung hier zu tun hat, etwa mit IT-Projekten“, so Scholz am Sonntag in Abu Dhabi.
Das sei sehr wichtig für die zukünftige wirtschaftliche Zusammenarbeit, aber natürlich auch für die Transformation der Volkswirtschaften, die sich in Richtung Klimaneutralität bewegen sollten.
In Bezug auf die möglichen Lieferverträge mit den VAE und Katar wurdeScholz in der heutigen Pressekonferenz mit der Journalistenfrage konfrontiert, ob man jetzt nicht quasi die nächste Abhängigkeit schaffe, indem man sich jetzt verstärkt auf den mittleren Osten stütze.
„Wir werden das so machen, wie es sich sinnvollerweise gehört, nämlich uns auf viele Regionen konzentrieren, die uns die Möglichkeit verschaffen, unsere Energieversorgung zu gewährleisten. Dass man eine Abhängigkeit von einem Lieferanten hat und auch von dessen Entscheidungen abhängig ist, wird uns sicherlich nicht wieder passieren“, so Scholz.
Mit den Investitionen, die jetzt in Deutschland getätigt werden und die Stück für Stück im nächsten Jahr Realität werden, wird Deutschland laut dem Bundeskanzler ja eine Infrastruktur für Gasimporte bekommen, bei der das Land nicht mehr wie bei einer Pipelineverbindung unmittelbar auf den konkreten Lieferanten am anderen Ende der Pipeline angewiesen ist.
Als Ersatz für ausbleibende Energielieferungen aus Russland erhält Deutschland Flüssiggas aus den VAE. Während des Besuchs von Scholz in diesem Golfstaat schloss der Essener Energiekonzern RWE am Sonntag einen Vertrag über eine erste Lieferung von 137.000 Kubikmetern LNG ab. Es soll die erste Lieferung sein, die im Dezember 2022 im neuen LNG-Terminal in Brunsbüttel bei Hamburg eintreffen soll.
Am Rande seines Besuchs in Katar in der Hauptstadt Doha erklärte Scholz, dass es jetzt darum gehe, „wie wir die viel zu hohen Preise reduzieren können und zwar sowohl diejenigen für Strom als auch diejenigen für Gas“. Eine Kommission habe dazu am Samstag Beratungen aufgenommen und leiste „sehr gute, konstruktive“ Arbeit. „Wir werde da auch mit schnellen Ergebnissen rechnen können.“ Es seien alle Faktoren gemeinsam zu betrachten, um dies zu erreichen, „damit die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen nicht vor für sie unlösbare Aufgaben gestellt werden“, so Scholz. Er hob mit Blick auf die Bemühungen um eine breitere Versorgung mit Gas erneut hervor, dass man nun zu Herbstbeginn sagen könne: „Wir kommen wohl durch diesen Winter.“
Zuvor war berichtet worden, dass Deutschland laut Scholz für die Energiekrise gerüstet sei und niemand auf sich allein gestellt bleibe. „Wir werden uns als Land unterhaken, weil wir ein solidarisches Land sind. Wir kommen da durch“, sprach Scholz den Bürgern Mut zu.
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