- SNA, 1920, 19.08.2022
Russische Spezialoperation in der Ukraine
Die wichtigsten Nachrichten über die Lage in der Ukraine und Russlands Spezialeinsatz zu deren Entmilitarisierung und Entnazifizierung.

Bundeswehrverband warnt vor „Kannibalisierung unserer Truppe“

© AP Photo / Michael SohnDeutscher Panzer "Leopard 2" (Archivbild)
Deutscher Panzer Leopard 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 17.09.2022
Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehr­verbandes, André Wüstner, hat vor weiteren Waffen­lieferungen an Kiew aus Beständen der Bundeswehr gewarnt, teilte das RedaktionsNetzwerk (RND) am Samstag mit.
„Wir verstehen den Wunsch der Ukraine nach schweren Waffen nur zu gut. Wir können uns vorstellen, beispielsweise Schützenpanzer aus den Beständen der Industrie abzugeben“, so Wüstner. „Was aus unserer Sicht als Berufsverband allerdings nicht mehr geht, ist die Abgabe von Waffen und Munition der Bundeswehr“. Jede einzelne Lieferung führe zu einer Schwächung der Bundeswehr.
„Viele in der Bundeswehr fürchten, dass diese Politik der weiteren Kannibalisierung unserer Truppe negative Auswirkungen haben wird – nicht nur auf die teilweise prekäre materielle Einsatz­bereitschaft, auf unsere Nato-Verpflichtungen wie die VJTF (Very High Readiness Joint Task Force, VJTF – deutsch: Einsatzgruppe mit sehr hoher Einsatzbereitschaft – Anm. d. Red.) oder die Gestellung einer Heeresdivision bis 2025, sondern insbesondere auf Ausbildung und Übung als Voraussetzung für alles.“
Aus diesen Gründen fordert der Verband daher keine weitere Abgabe aus Bundeswehrbeständen und die umgehende Beschaffung von Ersatz für die bisher abgegebenen Systeme.
Bundeskanzler Olaf Scholz bei seiner Rede in Prag, August 2022 - SNA, 1920, 06.09.2022
Ukraine-Konflikt: Scholz verteidigt deutsche Waffen-Strategie
Zuvor war berichtet worden, dass die Ukraine die deutschen Schützen- oder Kampfpanzer will. Der deutsche Bundeskanzler, Olaf Scholz, bekräftigte aber im Gespräch mit dem Deutschlandfunk seine Haltung, keine Kampfpanzer an Kiew zu liefern. Deutschland wird laut Scholz keine Alleingänge vornehmen, sondern in Abstimmung mit den Verbündeten handeln.
Seitens der SPD gibt es laut dem Portal BR24 den Vorschlag, eine europäische Initiative für die Lieferung von Kampfpanzern ins Leben zu rufen. Die Union sei dagegen klar dafür, der Ukraine auch schweres Gerät zu liefern. So wolle sie deswegen in der kommenden Woche einen Antrag zur Ausweitung der Waffenhilfe an Kiew in den Bundestag einbringen. Das Bundeskabinett werde darin dazu aufgerufen, „die Genehmigung für die Ausfuhr von Kampf-, Schützen- und Transportpanzern aus Industriebständen an die Ukraine umgehend zu erteilen“. Die Abgabe soll nach Ansicht der Union aber auch aus Beständen der Bundeswehr ermöglicht werden.
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