Telefonat Berlin-Moskau: Ukraine und Gaslieferungen auf Agenda

© SNA / Alexey Nikolsky / Zugriff auf das MedienarchivRusslands Präsident Wladimir Putin am Telefon (Symbolbild)
Russlands Präsident Wladimir Putin am Telefon (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.09.2022
Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Dienstagnachmittag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Das 90-minütige Gespräch soll dem Ukraine-Konflikt und der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gewidmet gewesen sein.
In der Ukraine-Frage hat der Bundeskanzler darauf gedrängt, dass es so schnell wie möglich zu einer diplomatischen Lösung kommen sollte. Der Kremlchef unterstrich dabei himmelschreiende Verstöße des humanitären Völkerrechts seitens der Ukraine sowie den anhaltenden Beschuss der Städte im Donbass, infolgedessen Zivilisten sterben und zivile Infrastrukturen beschädigt werden.

Beim Thema Energie betonte Putin, dass Russland ein zuverlässiger Lieferant von Energieressourcen war und bleibe sowie alle seine Vertragsverpflichtungen erfülle. Die Lieferunterbrechungen bei Nord Stream 1 sind laut ihm durch antirussische Sanktionen verursacht worden, die die Wartungsarbeiten behindert hätten. Versuche, die Schuld bei der Energieversorgung Europas auf Moskau zu verlegen, sehen Putin zufolge sehr zynisch aus, besonders wenn man Nord Stream 2 nicht in Betrieb nehmen wolle und der Gastransit durch die Ukraine und Polen gestoppt worden sei.

Zum Schluss besprachen die Politiker die globale Lebensmittellage und die wichtige Rolle des Getreideabkommens. Sie vereinbarten zudem weiterhin in Kontakt zu bleiben.

Zuletzt hatte Ende Mai ein Telefon-Gespräch zwischen den Politikern stattgefunden: Damals war auch der französische Präsident Emmanuel Macron in der Leitung.
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