„Arrogant und vollkommen nutzlos“ – CIA-Experte über deutsche Geheimdienste

© AP Photo / Michael SohnBND-Zentrale in Berlin
BND-Zentrale in Berlin - SNA, 1920, 12.09.2022
Einer der erfahrensten Geheimdienst-Experten der Vereinigten Staaten, John Sipher, hat seine Berufserfahrungen mit deutschen Kollegen in Bezug auf Russland geschildert, berichtet das Portal Focus online. So hält er die Russland-Analytiker vom BND für „vollkommen nutzlos“.
Sipher arbeitete lange als Agentenausbilder und war gemeinsam mit Geheimdiensten anderer westlicher Länder für Aufträge in Europa und Asien zuständig, die als hochgefährlich eingestuft wurden. Aus seinen Berufserfahrungen könne er sich, obwohl es ihm nun auch leid tue, über die deutschen Geheimdienste schließlich negativ äußern.

„Wir alle sind ja dringend auf Deutschland angewiesen, wenn es darum geht, weiterhin Druck auf Russland auszuüben. Aber die deutschen Agenten werden von ihren Politikern zurückgehalten“, so Sipher.

„Also haben die deutschen Spione ihre Köpfe in den Sand gesteckt. Und aus dem Grund sind die Russland-Analytiker vom Bundesnachrichtendienst vollkommen nutzlos“, so Sipher weiter.
Während seiner Zeit im Geheimdienst, als es unter anderem darum gegangen sei, das Land gegen eine Staatsgefährdung aus Russland zu verteidigen, sei ihm aufgefallen, wie viel unfähiger die Deutschen im Vergleich zu sämtlichen Kollegen aus nahezu allen anderen europäischen Ländern gewesen seien.
„Sie waren auch deutlich weniger hilfsbereit als andere Europäer. Ich kann mich wirklich an kein einziges Mal erinnern, bei dem die Zusammenarbeit mit den Deutschen funktionierte.“
Darüber hinaus bezeichnete er die deutschen Geheimdienste als arrogant, viel zu bürokratisch, nicht ausreichend finanziert, von der Regierung nicht ernst genommen und kaum angehört.
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„Obwohl Deutschland der Mittelpunkt der europäischen Wirtschaft ist, sind die deutschen Geheimdienste in Bezug auf Russland absolut keine verlässlichen Partner“, schlussfolgerte Sipher und äußerte die Hoffnung, das werde sich künftig verbessern. Die Geheimdienste der Nato werden die Deutschen wieder mit offenen Armen aufnehmen, wenn sie künftig zur Zusammenarbeit bereit sind.

Bundesnachrichtendienst

Der BND ist die einzige dem Bundeskanzleramt unmittelbar nachgeordnete Bundesoberbehörde und beschäftigt rund 6500 Menschen. Davon waren im Jahr 2019 rund 3200 Personen in der Zentrale in Berlin angesiedelt. Die neue BND-Schaltzentrale in der deutschen Hauptstadt wurde im Frühjahr 2019 eröffnet. An und um den vorherigen Standort Pullach (Bayern) waren zu dem Zeitpunkt weitere 1500 Personen tätig. Das restliche Personal ist an Standorten im In- und Ausland beschäftigt, teilte das Portal Statista Ende Januar 2022 mit.
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