IAEA legt Bericht zur Lage im AKW Saporoschje vor

© Wikipedia / Stefan Just / CC BY-SA 3.0Antriebsraum der Steuerstäbe im nie in Betrieb gegangenen Kernkraftwerk Zwentendorf in Österreich, an der Unterseite des Reaktordruckbehälters, ein Antriebsmotor ist für Schulungszwecke verblieben.
Antriebsraum der Steuerstäbe im nie in Betrieb gegangenen Kernkraftwerk Zwentendorf in Österreich, an der Unterseite des Reaktordruckbehälters, ein Antriebsmotor ist für Schulungszwecke verblieben.  - SNA, 1920, 06.09.2022
Die Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) haben in ihrem Bericht über den Besuch des AKW Saporoschje ein Ende des Beschusses der Kernanlage gefordert, da dies nach ihrer Ansicht kritische Geräte beschädigen und radioaktives Material in einem unbegrenzten Umfang freisetzen könnte.
Unter anderem sei ein Spezialblock zur Lagerung der radioaktiven Abfälle und des frischen Kernbrennstoffs beschädigt worden. Der Schaden sei an verschiedenen Orten angerichtet worden, auch in der Nähe der Reaktoren.

„Die IAEA empfiehlt, den Beschuss auf und um das Gelände sofort einzustellen, um weitere Schäden an dem Kraftwerk und an den zugehörigen Einrichtungen zu vermeiden, die Sicherheit des Betriebspersonals zu gewährleisten und die Unversehrtheit zu wahren, um einen sicheren und zuverlässigen Betrieb sicherzustellen“, hieß es im Dokument.

Angesichts der Sicherheitsbedrohung schlägt die Atomenergie-Organisation vor, eine Schutzzone um das AKW herum einzurichten. Dafür sei die Zustimmung aller relevanten Parteien erforderlich.

„Die IAEO empfiehlt, dass sich alle betroffenen Parteien verpflichten und dazu beitragen, unter allen Bedingungen effiziente Lieferketten für die nukleare Sicherheit der Anlage sicherzustellen, einschließlich sicherer Transportkorridore“, betonten die IAEA-Inspektoren.

IAEA-Mission im AKW

In der vergangenen Woche hatte eine Delegation der Organisation unter Führung von Rafael Grossi die Kernanlage besucht, die seit März unter der Kontrolle des russischen Militärs steht. Die Vertreter des russischen Konzerns „Rosatom“ und die Mitarbeiter des AKW Saporoschje zeigten den Inspektoren die Folgen des Beschusses durch die ukrainischen Streitkräfte.

Das AKW Saporoschje ist das größte Kernkraftwerk Europas und verfügt über sechs Kraftwerksblöcke mit einer Leistung von jeweils einem Gigawatt. Das ukrainische Militär beschießt weiterhin regelmäßig die Stadt Energodar und das Gelände der an die Stadt angrenzenden Kernanlage.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала