Habeck: Zwei deutsche AKWs sollen in Reserve gehen

© AP Photo / Odd AndersenRobert Habeck spricht zu den Medien nach der Amtsübergabe im Wirtschaftsministerium in Berlin (Archivbild)
Robert Habeck spricht zu den Medien nach der Amtsübergabe im Wirtschaftsministerium in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 05.09.2022
Zwei der drei letzten deutschen Atomkraftwerke – Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg – sollen laut dem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach dem Jahreswechsel bis zum nächsten Frühjahr als Notreserve bereitstehen.
„Wir sehen jetzt, dass das Einsparpotential für Gas so gering ist, wenn die Akws länger laufen“, so Habeck bei einer Pressekonferenz am Montag. Eine Verlängerung ist ihm zufolge „unverhältnismäßig“. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass das deutsche Stromnetz stabil ist.

„Bei der Netzstabilität gibt es eine erstaunlich große Lücke“, sagte Habeck. Darin habe die Atomkraft nur eine geringe Chance, die Lücke kleiner zu machen. „Wir brauchen also ein Set von Maßnahmen“, erklärte Habeck seine Linie und Learnings aus dem Stresstest zur Sicherheit der Stromversorgung.
Daraus ergebe sich, dass die beiden Kraftwerke nötigenfalls im Winter 2022/23 einen zusätzlichen Beitrag im Stromnetz in Süddeutschland leisten können.

Man werde abfallende Stromverbrauche sehen, warnte der Minister. „Allein schon wegen des Preises. Aber wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen.“

„Man kann nicht ausschließen, dass die Atomkfraftwerke ihren Beitrag leisten können. Daher ist es für mich richtig, dass wir die süddeutschen Akws in eine Reserve überführen.“

Deswegen sei es nötig, Vorkehrungen zu treffen. „Das ist eine Entscheidung der Abwägung“, so der Grünen-Politiker. „Es ist eine vertretbare und notwendige Entscheidung.“
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