Merz: „Uns droht Anfang nächsten Jahres ein Blackout“

© AP Photo / Jens MeyerFriedrich Merz (Symbolbild)
Friedrich Merz (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.09.2022
Der CDU-Chef Friedrich Merz glaubt, dass Deutschland eines Tages gestärkt aus der Krise hervorgehen kann, obwohl es auch Wohlstandsverluste hinnehmen muss. Dies erklärte er im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“.
„Unser Land braucht Führung und klare Botschaften. Die Grundbotschaft an die Bevölkerung müsste sein: Wir werden als Regierung dafür sorgen, dass in diesem Land niemand hungert oder friert. Egal wie sehr sich die Krise verschärft. Aber wir werden auch Wohlstandsverluste hinnehmen müssen“, so Merz.
Und wenn das Land es richtig mache, könne es eines Tages aus der Krise hervorgehen. Vorrang habe jetzt eine sichere Energieversorgung. Dazu gehöre auch die Kernenergie:
„Wir hätten spätestens im August dafür gesorgt, dass zumindest für die drei Atomkraftwerke, die noch laufen, neue Brennstäbe bestellt worden wären, möglicherweise auch für die drei, die im letzten Jahr stillgelegt wurden“.
Laut Merz wären damit zunächst einmal insgesamt 20 Millionen Haushalte sicher mit Strom versorgt.
Michael Kretschmer vor der Presse in Moskau - SNA, 1920, 03.09.2022
„Natürlich brauchen wir es!“ – Kretschmer über russisches Gas
Wenn nur jeder fünfte Gaskunde diesen Winter mit Strom heize, verdoppele sich der Strombedarf der privaten Haushalte. Es drohe eine vollkommene Überlastung des Stromnetzes im Herbst und Winter sowie eine mangelhafte Versorgung mit Strom.
„Wenn diese Regierung so weitermacht und aus ideologischen Gründen am Atomausstieg festhält, droht uns Anfang nächsten Jahres ein Blackout“, so Merz weiter.
Zuvor war berichtet worden, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder darauf hingewiesen hatte, dass die so genannten Energie-Reisen von dem Bundeskanzler Olaf Scholz und dem Wirtschaftsminister Robert Habeck bisher zu keinem Gas-Vertrag geführt hätten. Zudem sei eine dringend notwendige Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke noch immer nicht beschlossen. Er warne vor dem Abstieg ganzer Bevölkerungsschichten und eine Pleitewelle für den Mittelstand.
Die Bundesumweltministerin Steffi Lemke hält die Sicherheitsüberprüfung der deutschen Atomkraftwerke vor einem Weiterbetrieb nach Jahresende für unabdingbar, teilte das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) Ende August mit. Die Kontrolle würde mehrere Monate dauern. Das würde ein Herunter­fahren und mehr­monatigen Still­stand der AKW ab dem Januar bedeuten und auch für einen kürzeren sogenannten Streck­betrieb gelten.
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