Scholz: Vollständiger Verzicht auf russisches Gas wäre „nicht so verantwortlich“

© Foto / Presse- und Informationsamt der BundesregierungKanzlerGESPRÄCH mit Bundeskanzler Olaf Scholz (m.) in Essen am 01.09.2022 (Screenshot)
KanzlerGESPRÄCH mit Bundeskanzler Olaf Scholz (m.) in Essen am 01.09.2022 (Screenshot) - SNA, 1920, 02.09.2022
Ein Verzicht auf Gas aus Russland würde die Situation in Deutschland unnötig schwer machen. Dies erklärte Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstagabend bei dem so genannten „KanzlerGesprächs“ in Essen.
Deutschland ist laut Scholz auf den kommenden Winter gut vorbereitet. Einen vollständigen Verzicht auf russisches Gas lehnt er aber ab.

„Das machen wir nicht von uns aus, das halte ich für nicht so verantwortlich“, so Scholz. „Wir sind aber auch jetzt schon vorbereitet, dass wir damit umgehen können“, antwortete Scholz auf die Frage eines Bürgers, warum Deutschland „den Russen nicht einfach den Gashahn“ zudrehe.

Dennoch müsse die Bundesregierung konsequent Alternativen ausbauen. Dazu gehöre etwa der Import von Flüssiggas über Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Ländern.
„Das große Problem, das sich uns gestellt hat: Wenn Russland nicht mehr liefert, dann können wir mehr aus Norwegen, den Niederlanden kaufen. Aber was wir nicht gemacht haben, ist Häfen zu bauen, mit denen wir selbst Gas anliefern können.“ Er habe sich dieser Aufgabe als erstes in seiner Kanzlerschaft gewidmet.
„Ich möchte Flüssiggas importieren im Norden, das könne dann auch in den Süden gebracht werden. Dann setze ich mich dafür ein, dass wir noch mehr Pipelines aus Südeuropa nach Deutschland bekommen“. Es werde sich auch viel ändern, wenn sich die südeuropäischen Länder neue Bezugsquellen etwa aus Afrika suchen.
Darüber hinaus betonte Scholz, dass er auf weitere Gespräche mit dem russischen Präsident Wladimir Putin nicht verzichten will:
„Ich hab mich mit dem russischen Präsidenten in Moskau getroffen, an diesem langen Tisch. Ich hab mich mehrfach mit dem Telefon unterhalten und ich sage ausdrücklich, ich werde das auch weiter tun“.
Deutschland könne aber Grenzverschiebungen nicht hinnehmen. „Deswegen haben wir gesagt, dass wir die Ukraine mit schweren Waffen unterstützen“, so Scholz. Es gehe um die Verteidigung der Ukraine, ohne dass es dabei zu einem direkten Konflikt zwischen Nato und Russland komme
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