„Wir winken nicht einfach alles durch“: Rewe-Chef wirft Coca-Cola überhöhte Preise vor

© AP Photo / Martin MeissnerEin Rewe-Markt (Archivbild)
Ein Rewe-Markt (Archivbild) - SNA, 1920, 02.09.2022
Der Vorstandsvorsitzende des Handelskonzerns Rewe, Lionel Souque, hat internationalen Großkonzernen unbegründete Preiserhöhungen vorgeworfen. Darüber berichtet die „Welt“.
Jede Woche würden von den Lieferanten neue Erhöhungen angekündigt, und nicht alles davon sei zu verhindern, sagte er vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV). Der Großteil der Industrie benehme sich anständig und sei vernünftig. „Da akzeptieren wir dann auch Preiserhöhungen.“ Es gebe nachvollziehbare Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Verpackung, Energie, Logistik und Personal.
Es gebe aber auch viele „Trittbrettfahrer, die auf der Preiswelle surfen und einfach ihre Ergebnisse verbessern wollen“. Es handle sich dabei vor allem um „die großen, internationalen, börsennotierten Konsumgüterkonzerne“. Viele dieser „Multis“ hätten mehr Dividenden-Ertrag als im letzten Jahr gemacht. Deren Entscheider säßen meist gar nicht in Deutschland.
„Die gucken schlicht, ob die Marge stimmt, und dann wird einfach ein höherer Preis gefordert.“ Da mache Rewe nicht mit: „Wir kämpfen brutal dagegen.“
Eines der Beispiele sei der Konzern Coca-Cola, der gerade höhere Preise fordere und das mit steigenden Kosten begründe. Dem Vorgehen will sich Rewe offenbar entgegensetzen: „Wir winken nicht einfach alles durch.“ Jede Preiserhöhung werde eingehend geprüft. Und dafür habe sein Unternehmen auch genügend Möglichkeiten. Es gebe Streit mit vielen Lieferanten.
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Man könne die gesamten Mehrkosten nicht einfach dem Letzten in der Kette aufbürden, so Souque. Stattdessen müssten Hersteller, Handel und Verbraucher die Belastungen gemeinsam stemmen.
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