„Großer Einfluss auf Weltgeschichte“: Führende Politiker würdigen Gorbatschow

© AP Photo / Alexander ZemlianichenkoMichail Gorbatschow, Ex-Präsident der UdSSR
Michail Gorbatschow, Ex-Präsident der UdSSR - SNA, 1920, 31.08.2022
Viele Politiker haben sich laut internationalen Medien zum Tod des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow am Dienstag geäußert.
„Michail Gorbatschow war ein Politiker und Staatsmann, der einen enormen Einfluss auf den Verlauf der Weltgeschichte hatte. Er führte unser Land in einer Zeit komplexer, dramatischer Veränderungen und großer außenpolitischer, wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen. Er war sich darüber im Klaren, dass Reformen notwendig waren, und versuchte, seine eigenen Lösungen für die drängenden Probleme anzubieten.“ (Russlands Präsident Wladimir Putin)
„Mit ihm starb ein mutiger Reformer, ein weitsichtiger Politiker und Staatsmann. Sein Mut zur Veränderung, sein Willen zur Transparenz und seine Unbeugsamkeit haben ihn ausgemacht.“ (Bundeskanzler Olaf Scholz)
„Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Beendigung des Kalten Krieges und dem Fall des Eisernen Vorhangs. Er ebnete den Weg für ein freies Europa. Dieses Vermächtnis werden wir nie vergessen.“ (EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen)
„Er hat mehr als jeder andere dazu beigetragen, den Kalten Krieg friedlich zu beenden.“ (UN-Generalsekretär António Guterres)
„Er war ein Mann des Friedens, dessen Entscheidungen den Russen den Weg zur Freiheit eröffnet haben. Sein Engagement für Frieden in Europa hat unsere gemeinsame Geschichte verändert.“ (Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron)
„Sein Tod bedrückt. In dieser Zeit noch mehr. Danke & #RIP“ (Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne))
„Kann ein einzelner Mensch die Welt verändern? Ja. Er kann. Keine Gewalt, keine Panzer, Abzug von 350.000 sowjetischen Soldaten aus Deutschland. Freiheit für Millionen in Mittel-Osteuropa. Deutsche Einheit. Undenkbar ohne Michail Gorbatschow.“ (Ex-CDU-Chef Armin Laschet)
„Von Anfang an war klar, dass er die Welt verbessern könnte. Es ist ihm gelungen.“ (Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD))
Michail Gorbatschow wurde am 2. März 1931 in der Region Stawropol geboren. Zwischen März 1985 und August 1991 war er als Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und von März 1990 bis Dezember 1991 als Staatspräsident der Sowjetunion tätig. Auf diesen Posten hat er die Modernisierung der sowjetischen Gesellschaft mit einem Kurs auf Glasnost (‚Offenheit‘) und Perestroika (‚Umbau‘) angesetzt.
Die Zeitgenossen beurteilen die Folgen seiner Reformen zwiespältig. Neben der Abschaffung der staatlichen Zensur, Legalisierung von privatem Unternehmertum und dem Prinzip „Neues Denken" in der Außenpolitik, die generell positiv betrachtet werden, teilen viele die Meinung, dass diese sowie die anderen zahlreichen Veränderungen die Krise in allen Bereichen der Gesellschaft verschärften und der Auslöser für den Zusammenbruch der UdSSR waren.
Als eine der wichtigsten außenpolitischen Leistungen Gorbatschows gilt der Beginn der nuklearen Abrüstung sowie der Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan. Zudem spielte er eine Schlüsselrolle beim Fall der Berliner Mauer, der den Fall des Eisernen Vorhangs symbolisierte, und bei der Wiedervereinigung Deutschlands. Dennoch sahen seine Gegner diese Initiativen als Zugeständnisse an den Westen: Es gab Vorwürfe, dass der Staatschef, nachdem er die mündlichen Garantien erhalten hatte, dass die Nato nicht nach Osten erweitert werden würde, diese Versprechen nicht formell verankerte.
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