Ex-Außenminister Tschechiens hält Spekulationen über russischen Vormarsch für „lächerliche Theorien“

CC BY-SA 3.0 / Jwh / Jan Kavan (Archiv, 2014)
Jan Kavan (Archiv, 2014) - SNA, 1920, 25.08.2022
Spekulationen, dass Russlands Militär durch die gesamte Ukraine nach Transnistrien und dann durch die Slowakei nach Prag weiterziehen würde, hat der ehemalige tschechische Außenminister Jan Kavan vor kurzem im Gespräch mit Rádio Universum als „einen schlechten Witz“ bezeichnet.
„Das ist sogar ein schlechter Witz. Aus diesem Blickwinkel sehe ich also keine militärische Gefahr für uns“, erklärte Kavan in Bezug auf die Spekulationen, dass russische Truppen durch die Ukraine, Transnistrien und die Slowakei bis nach Tschechien kommen könnten. Dies halte er für „lächerliche Theorien“. Die Gefahr sehe er eher darin, „dass uns das immer mehr Geld kostet, was sich im Lebensstandard der tschechischen Bevölkerung und weiteren Preissteigerungen widerspiegeln wird“. Genau darin sehe er ein mögliches Problem.
Auf die Frage, ob Tschechien mit seiner Hilfe – seien es Waffen oder andere Vorräte – für die Ukraine nicht zu weit gehe, antwortete Kavan, das sei eine gute Frage.

„Ich denke, dass wir jetzt an der Schwelle stehen, dass wir unsere Lager geleert haben und so viel wie möglich in die Ukraine geschickt haben und noch immer schicken. Für Selbstverteidigung bleibt also nicht mehr viel übrig“, so Kavan.

Er sei froh, dass Prag keine militärische Bedrohung durch Nachbarländer und sogar gute Beziehungen zu diesen habe. Zumindest in absehbarer Zeit werdeTschechien seine militärischen Mittel nicht zur Selbstverteidigung einsetzen müssen. „Aber wenn das passieren würde, wären wir meiner Meinung nach nicht gut gerüstet, weil wir alles, was wir konnten, in die Ukraine geschickt haben“, so Kavan weiter.
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