Berlin beschließt weitere Energiesparmaßnahmen – öffentliche Gebäude betroffen

© AP Photo / Markus SchreiberWohnblöcke im Bezirk Mitte, Berlin
Wohnblöcke im Bezirk Mitte, Berlin - SNA, 1920, 17.08.2022
Der Berliner Senat hat in seiner Sitzung am Dienstag ein umfassendes Energiespar-Paket beschlossen, mit dem man mindestens zehn Prozent des Gesamtenergieverbrauchs einsparen will. Die Maßnahmen betreffen öffentliche Gebäude.
„Die Lage um die Gasversorgung in Deutschland und Europa ist ernst und Berlin macht Ernst mit dem Energiesparen. In der gemeinsamen Taskforce haben wir über Ressortgrenzen hinweg Sparpotenziale im Energieverbrauch identifiziert und sie mit Aspekten der Sicherheit, des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen abgewogen“, so Stephan Schwarz, Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe, zu dem vorgelegten Energiespar-Paket.
Dieses soll zunächst bis zum 31. März 2023 laufen und enthält unter anderem die folgenden Maßnahmen:

Beleuchtung

Umstellung auf stromsparende LED-Beleuchtung
Reduzierung der Flurbeleuchtungen
Abschaltung von nicht zwingend dienstlich erforderlichen Geräten
Reduzierung der Beleuchtung nach 22 Uhr in und um Sportstätten, die Schließzeiten über Nacht haben
Reduzierung der Beleuchtung in Grünanlagen (nach Prüfung von Sicherheitsaspekten und Abstimmung mit der Polizei)

Raumtemperaturen

maximale Raumtemperatur 20 Grad
in Sporthallen und Sportfunktionsgebäuden 17 Grad
in Treppenhäusern und Fluren 16 Grad
noch weitere Reduzierung auch nachts und an Wochenenden (davon werden Polizei, Feuerwehr, Schulen, Kitas und Schutz von Kultursammlungen ausgenommen)
Reduzierung der Betriebszeiten von Heizungs- und Lüftungsanlagen auf ein Mindestmaß

Warmwasser

Abschaltung der Warmwasserbereitung in öffentlichen Gebäuden. Davon sind etwa Dusch- und Waschräume von Sport- und Schwimmhallen sowie therapeutische Sportangebote ausgenommen. Warmwasser für Waschbecken der Sportstätten wird abgeschaltet.
Absenkung der Wassertemperaturen in Schwimmbädern auf maximal 26 Grad. Temperierte Außenbecken werden abgeschaltet. Freibäder werden unbeheizt bis zum Saisonende weiter betrieben.
Bei Bedarf kann dieses Energiespar-Paket erweitert und verlängert werden, heißt es in der entsprechenden Pressemittelung des Berliner Senats.
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Zuvor war berichtet worden, dass in Berlin inzwischen gut 100 Bauwerke nicht mehr angestrahlt werden. Der Stromverbrauch für die Beleuchtung der insgesamt 150 Bauwerke, zu denen etwa Siegessäule, Berliner Dom, Gedächtniskirche, Schloss Charlottenburg, Staatsoper oder die Ruine des Anhalter Bahnhofs gehören, liegt bei etwa 150.000 bis 200.000 Kilowattstunden pro Jahr, so das offizielle Hauptstadtportal berlin.de unter Verweis auf die Umweltverwaltung. Nach aktuellen Preisen koste das 40.000 Euro pro Jahr.
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