Streit um Turbine-Transport: Gazprom macht Russland-Sanktionen für Probleme verantwortlich

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Gazprom, Logo - SNA, 1920, 04.08.2022
Das russische Energieunternehmen Gazprom hat in seinem Telegram-Kanal die eigene Sicht auf die Situation mit dem Transport und der Reparatur der Siemens-Turbinen für die Pipeline Nord Stream 1 dargelegt.
„Derzeit ist in der Verdichterstation 'Portowaja' nur eine der sechs Hauptgaspumpeneinheiten (sowie eine heiße Reserve mit der gleichen Kapazität) in Betrieb“, teilte Gazprom mit.
Die Station könne nicht mehr als 33 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag befördern. Laut dem Wartungsplan des Herstellers sei nach 25.000 Betriebsstunden eine Werksüberholung vorgeschrieben.
Für solche Eingriffe habe Gazprom mit dem britischen Unternehmen Industrial Turbine Company (UK) Limited, das Teil der Unternehmensgruppe Siemens Energy sei, einen Vertrag über die Reparatur in Kanada abgeschlossen. Im Mai habe man ihm eine der Turbinen übergeben.
„Aufgrund der kanadischen Sanktionen und ohne Zustimmung von Gazprom wurde die Turbine jedoch nach Deutschland statt nach Russland geschickt, was den Vertragsbedingungen nicht entspricht. Die kanadischen Behörden haben Siemens Energy Canada Limited, die keine Vertragspartei ist, Dokumente zur Ausfuhr der Turbine ausgestellt, die in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Vertrag stehen“, betonte der Konzern.
Wenn die Turbine nach Russland transportiert werde, bestehe die Gefahr, dass Kanadas Behörden dies als die Verletzung oder die Umgehung der Bedingungen der erteilten Genehmigung ansehen würden. Dies könne wiederum zum Widerruf der Genehmigung führen, und es unmöglich machen, weitere Turbinen der Verdichterstation „Portowaja“ in Kanada zu reparieren.
Darüber hinaus gebe es keine offiziellen Klarstellungen zum Transport von Anlagen für die Nord Stream 1 seitens der Länder, die Sanktionen gegen Russland verhängt hätten. Dies schaffe unnötige Risiken, die sich auch auf andere Turbinen erstrecken würden.
Siemens wiederum behauptet, alle notwendigen Exportdokumente für den Turbinen-Transport erhalten zu haben. Man warte aber auf die Genehmigung Russlands für den Import. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass ein solches Dokument nur bei Gazprom erhältlich sei. Der deutsche Hersteller gab außerdem an, dass die Turbine „vollständig vorbereitet“ für den Transport sei, der sofort beginnen könne.
Verdichterstation Sayda (Deutschland) an der Pipeline Gazela, über die russisches Gas weiter nach Tschechien gepumpt wird (Archivbild) - SNA, 1920, 28.02.2022
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