Treffen mit Putin: Kreml-Sprecher verrät Schröders Idee rund um Nord Stream 2

© SNA / Sergey Guneyev / Zur BilddatenbankDer russische Präsident Wladimir Putin (rechts) und der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (links) auf dem 20. Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, 17. Juni 2016 (Archivbild)
Der russische Präsident Wladimir Putin (rechts) und der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (links)  auf dem 20. Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, 17. Juni 2016 (Archivbild) - SNA, 1920, 03.08.2022
In der vergangenen Woche haben sich der russische Präsident, Wladimir Putin, und der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder persönlich in Moskau getroffen. Die Kernthemen waren dabei laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Energiesicherheit und eine Möglichkeit der Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2.
„Natürlich ist der Altkanzler, wie wohl alle denkenden und verstehenden Menschen und Spezialisten in Europa, sehr besorgt über die wirkliche Lage der Dinge und die in Europa aufflammende Energiekrise“, sagte der Kreml-Sprecher am Mittwoch.
So habe Schröder im Energiebereich „überhaupt keine verheißungsvollen Aussichten“ festgestellt und Putin gebeten, seine Sicht der Lage zu erklären.
So sei zur Sprache gekommen, dass die Lieferungen über Nord Stream 1 von 167 Millionen Kubikmetern pro Tag auf rund 30 Millionen zurückgegangen seien. Die Gründe dafür seien „dem Altkanzler von Präsident Putin absolut ausführlich und detailliert erläutert worden“, so Peskow.
Dies sei nämlich durch Probleme bei der Wartung von Turbinen unter den aktuellen Sanktionsbedingungen verursacht worden. Ein Aggregat sei in Kanada repariert und bereits nach Deutschland gebracht worden.
„Aber es gibt nicht genug Papiere, und der Präsident hat erklärt, welche Papiere. Tatsache ist, dass die deutsche Seite, nämlich Siemens, dieses gesamte Projekt unter britisches Recht und unter britische Gerichtsbarkeit gebracht hat, und sogar Servicewartungen im Rahmen bestehender Verträge nicht von der Zentrale des deutschen Konzerns, sondern der britischen Siemens-Tochter durchgeführt werden“, erklärte Peskow.
Gazprom müsse als Eigentümer der Turbine und Gaslieferant urkundliche Nachweise darüber erhalten, dass diese Turbine nicht unter Sanktionen falle, sowie Unterlagen über ihren technischen Zustand. Bisher seien keine derartigen Dokumente eingegangen.
Gleichzeitig habe sich der Altkanzler, so Peskow, danach erkundigt, ob es „hypothetisch möglich“ sei, Nord Stream 2 in der aktuellen Krisen-Situation in Betrieb zu nehmen.
„Und Putin war nicht der Initiator, Putin hat nicht angeboten, es anzuschalten, aber Putin hat gesagt, dass dies technologisch möglich sei, es sei viel Arbeit geleistet worden. Und dieses Projekt, ein komplexer Mechanismus, kann sofort eingesetzt werden“, so der Kreml-Sprecher.
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