„Wahnsinniger Krieg gegen Russland“: Wagenknecht sorgt mit Tweet für Empörung im Netz

© AP Photo / Markus SchreiberSahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht - SNA, 1920, 02.08.2022
Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat mit ihrem Twitter-Beitrag vom Montag viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Eigentlich soll dieser als Bemängelung der Heuchelei der Grünen-Partei in der Ukraine-Krise gedacht sein – die Empörung der Kritiker hat jedoch die angeblich Russland-freundliche Äußerung „wahnsinniger Krieg gegen Russland“ ausgelöst.
Mit ihrem Tweet hat Wagenknecht den Grünen vorgeworfen, durch ihre Haltung zu Waffenlieferungen an die Ukraine die Kampfhandlungen im Land zu perpetuieren.
„Wiederinbetriebnahme der Kohlekraftwerke zeigt: Klimawandel war für Grüne gestern wichtig. Heute hat wahnsinniger Krieg gegen Russland für frühere Ökopartei Top-Priorität & sogar einzig vernünftige Konfliktlösung (Diplomatie/Verhandlungen) wird abgelehnt“, schrieb die Politikerin.
Es sei „irre“ und „gefährlich“ zu glauben, dass der „Krieg“ durch Waffenlieferungen und Wirtschaftskrieg beizulegen wäre, bemängelte Wagenknecht.

Kritik aus Politiker-Reihen – auch Linke gehen auf Distanz

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur reagierte bei Twitter auf Wagenknechts Äußerung folgendermaßen:
„Russland hat einen brutalen Angriffskrieg begonnen. Ukrainische Städte liegen in Schutt und Asche. Ukrainische Schulen, Krankenhäuser, Einkaufszentren werden bombardiert. In der Ukraine werden Frauen, Kinder, Alte umgebracht.“
Und Wagenknecht spreche von einem „wahnsinnigen Krieg gegen Russland“.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer schreibt: „Was Sahra Wagenknecht twittert, ist an Wahnsinn kaum zu überbieten.“ Die Linken-Politikerin betreibe „Täter-Opfer-Umkehr par excellence“ und „Propaganda für die Kriegsverbrecher“.
Mehrere hochrangige Genossinnen und Genossen der Linken-Bundestagsfraktion distanzierten sich ebenfalls von Wagenknechts Worten.
„Ich bin es leid, wegen Deiner abwegigen Äußerungen in Mitverantwortung gezogen zu werden“, twitterte die Abgeordnete Anke Domscheit-Berg. „Dein Austritt ist überfällig (not sorry)“, schrieb sie weiter.
Die Abgeordnete Gohlke twitterte, man könne die Regierung für vieles kritisieren, aber Wagenknecht bediene stattdessen „einfach nur verdrehte Polemik – die es kluger Kritik an der Regierung schwerer macht“.
Die innenpolitische Sprecherin Martina Renner empfahl ihrer Fraktion, sich „konsequent“ von Wagenknecht zu trennen. Dass die Grünen „einen Krieg gegen Russland“ führen würden, sei „auf so vielen Ebenen falsch, aber zuerst eine Verhöhnung der Opfer in der Ukraine“.
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