Gescheiterte Isolation: Washington sucht Gespräch mit Moskau – Bericht

© SNA / Alexej Vitvitski / Zur BilddatenbankSicherheitsverhandlungen Russland-USA in Genf
Sicherheitsverhandlungen Russland-USA in Genf  - SNA, 1920, 29.07.2022
Ob die Vereinigten Staaten mit ihrer Strategie, Russland durch eine diplomatische und wirtschaftliche Blockade in die Knie zu zwingen, wirklich Erfolg haben, ist mehr als fraglich. Eine Isolation Russlands sei in der internationalen Arena nicht zu erkennen.
Während der russische Präsident Wladimir Putin sich mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan ablichten lässt, reist der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow sichtlich guter Laune zu seinen Amtskollegen rund um den Globus.
Diese Welttournee des russischen Außenministers verdeutliche einmal mehr, dass die US-amerikanischen Appelle, Russland wirtschaftlich und politisch zu boykottieren, von den Ländern Asiens, Afrikas und des Nahen Ostens ignoriert wurden.
Einwenden könnte man, Lawrow besuchte auch Länder wie den Iran, einen Erzfeind der USA. Jedoch erwartete den russischen Top-Diplomaten auch in den Staaten, die eindeutig zu den US-Verbündeten zählen, siehe Ägypten oder Uganda, ein geradezu herzlicher Empfang.
Zudem gebe es auch keine Anzeichen dafür, dass Russland von wichtigen internationalen Veranstaltungen und Organisationen ausgeschlossen werde.
Nun hätten selbst die USA keine andere Wahl, als das Gespräch mit Russland zu suchen. Der US-Außenminister Antony Blinken erklärte am Mittwoch, er möchte die monatelange Funkstille mit Lawrow beenden und mit dem russischen Außenminister telefonieren.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stünde der Austausch amerikanischer Häftlinge ebenso wie bestimmte Themen rund um die Ukraine. Ein genauer Termin für das Telefonat stehe noch nicht fest, das Gespräch solle aber in den kommenden Tagen stattfinden.
Dieses öffentliche Gesprächsangebot Blinkens an Lawrow komme ziemlich überraschend. Ein Telefonat zwischen den beiden Außenministern wäre nicht nur der erste Kontakt zwischen Washington und Moskau seit mehr als fünf Monaten. Es könnte auch den Boden für weitere persönliche Gespräche auf höchster Ebene bereiten – auch wenn die US-Regierung offiziell erklärte, dass es solche Pläne nicht gebe. (ap)
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