Moskau kann sich die Gefahr eines direkten Angriffs von Kiew auf Russland nicht leisten – Lawrow

© SNA / Evgeny OdinokowDer russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen in Moskau mit dem Außenminister der LVR, Vladislav Deinego, und dem Ersten Stellvertretenden Außenminister der DNR, Sergej Peresada
Der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen in Moskau mit dem Außenminister der LVR, Vladislav Deinego, und dem Ersten Stellvertretenden Außenminister der DNR, Sergej Peresada - SNA, 1920, 03.03.2022
Russland darf nicht eine vom Territorium der Ukraine ausgehende Gefahr eines direkten Angriffs auf sich zulassen. Diese Auffassung hat der russische Außenminister am Donnerstag geäußert.
„Wir können nicht länger zulassen, dass eine Gefahr eines direkten Angriffs auf Russland vom Territorium der Ukraine ausgeht“, sagte Lawrow in einem Interview mit russischen und ausländischen Medien.
Lawrow wurde unter anderem gefragt, ob er „die Welt beruhigen“ und bestätigen könne, dass Russland nicht als erstes Land Nuklearwaffen einsetzen würde.
Als Reaktion berief er sich auf die russische Militärdoktrin, die "keine Eskalation um der Deeskalation Willen" vorsehe. Zudem verwies der russische Außenminister darauf, dass das Thema „Atomkrieg“ hauptsächlich von westlichen Politikern ins Gespräch gebracht werde. Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg habe behauptet, dass niemand es dem Bündnis verbieten könnte, Atomwaffen in Osteuropa zu stationieren, erinnerte Lawrow. Vor kurzem habe auch der US-Präsident Joe Biden geäußert, dass es der es der Dritte Weltkrieg sei, der als Alternative für die jüngsten gegen Russland verhängten Sanktionen gesehen werden könnte.
„Es ist jedermann klar, dass ein dritter Weltkrieg nur nuklear sein kann. Aber ich mache darauf aufmerksam, dass es die westlichen Politiker sind, die ständig an einen Atomkrieg denken, nicht aber die Russen“, sagte Lawrow.
„Ich versichere Ihnen also, dass wir nicht zulassen werden, dass irgendwelche Provokationen uns aus dem Gleichgewicht bringen. Aber wenn man beginnen wird, einen tatsächlichen Krieg gegen uns zu entfesseln, dann ist es wohl Sache derjenigen, die darüber nachdenken, solche Pläne schmieden – und meiner Meinung nach werden solche Pläne von ihnen geschmiedet.“
Der russische Präsident, Wladimir Putin, hatte am 21. Februar Dekrete zur Anerkennung der LVR und der DVR sowie Freundschaftsverträge mit den Volksrepubliken unterzeichnet, die einen Tag später vom russischen Parlament ratifiziert wurden. In den Dokumenten wies Putin an, den Frieden in den Volksrepubliken mit Hilfe von russischen Streitkräften zu gewährleisten.
Am 24. Februar kündigte der russische Staatschef die Einleitung einer Spezialoperation zum Schutz der Bevölkerung von Donbass an, die „acht Jahre lang der Misshandlung und dem Genozid seitens des Kiewer Regimes ausgesetzt“ sei. Die Operation ziele darauf ab, die Ukraine „zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren“ und diejenigen, die für Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung im Donbass verantwortlich seien, vor Gericht zu stellen.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums führen die russischen Truppen keine Raketen-, Luft- oder Artillerieangriffe auf ukrainische Städte durch. Das russische Militär führe ihre Schläge lediglich gegen die ukrainischen Streitkräfte und deren militärische Infrastruktur aus, die Zivilbevölkerung sei nicht bedroht. Mit Unterstützung der russischen Streitkräfte entwickeln die Volksmilizen der Donbass-Republiken eine Offensive. Von einer Besetzung der Ukraine könne jedoch keine Rede sein, betonte der russische Präsident.
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