Wintershall Dea verzichtet auf neue Förderprojekte in Russland

© SNA / Ilja PitaljowVerdichterstation am Gaskondensatfeld Juschno-Russkoje (Archiv)
Verdichterstation am Gaskondensatfeld Juschno-Russkoje (Archiv) - SNA, 1920, 02.03.2022
Der deutsche Energiekonzern Wintershall Dea hat nach eigenen Angaben auf künftige Förderprojekte in Russland verzichtet.
Der Vorstand der Wintershall Dea AG habe beschlossen, keine neuen Projekte zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl in Russland umzusetzen und die in die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 angelegte rund eine Milliarde Euro abzuschreiben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Dabei werde sich Wintershall Dea an bereits laufenden Gasprojekten in Sibirien weiter beteiligen – auf den Feldern Juschno-Russkoje und Urengoi – wo Gas für die Versorgung Europas gewonnen werde, hieß es.
Zudem behält der Wintershall-Konzern seine Beteiligung am Joint Venture Gascade Gastransport GmbH, das das etwa 3200 Kilometer lange Gastransportnetz in Deutschland verwaltet.
Wintershall-Chef Mario Mehren hatte am Dienstag erklärt, dass das Fundament der Arbeit des Konzerns in Russland erschüttert sei. Die Situation in der Ukraine füge unvorstellbares Leid zu und markiere eine Wende, hieß es in der Mitteilung.

Wintershall Dea

Wintershall Dea ist einer der größten Akteure auf dem Energiemarkt Europas. Der Konzern ging 2019 aus der Fusion der deutschen BASF und der LetterOne des russischen Geschäftsmannes Michail Fridman hervor. BASF hält 67 Prozent und LetterOne 33 Prozent der Anteile.
Wintershall und der russische Gasgigant erschließen die Blöcke 1A, 4A und 5A der Achimov-Formation auf dem Urengoi-Feld. Die Deutschen halten entsprechend 50, 25,01 und 25,01 Prozent der Anteile an den Blöcken.
Bauarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 24.02.2021
Wintershall Dea schließt Finanzierung von Nord Stream 2 ab
Zudem erschließen die Partner das Gaskondensatfeld Juschno-Russkoje, an dem Wintershall 35 Prozent der Anteile hält.
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