Moskau über „historische Verantwortung“ Deutschlands erstaunt – Lawrow

© SNA / Alexey MaishewDie deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und der russische Außenminister Sergej Lawrow beim Treffen in Moskau am 18. Januar 2022
Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock und der russische Außenminister Sergej Lawrow beim Treffen in Moskau am 18. Januar 2022 - SNA, 1920, 02.03.2022
Die jüngsten Kommentare des offiziellen Berlins zur Ukraine und zu Waffenlieferungen an dieses Land rufen nach Worten des russischen Außenministers, Sergej Lawrow, Erstaunen hervor.
„Geschockt höre ich Kommentaren europäischer, insbesondere deutscher Politiker, zu. Meine Kollegin Annalena Baerbock sagt, dass sich Deutschland angesichts seiner historischen Verantwortung verpflichtet fühlt, die Ukraine mit Waffen zu versorgen“, sagte Lawrow am Mittwoch in einem Interview des TV-Senders Al Jazeera.
„Wie ist das zu verstehen? Dass die historische Schuld und deren Erkenntnis Deutschland eine Unterstützung für Neonazis abverlangen? Das ruft etwas merkwürdige Gedanken wach. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen behauptet, dass die EU und die Ukraine jetzt einander deutlich näher seien als jemals zuvor. Worauf spielt sie denn an? Ist es nicht ein Signal, dass, solange du ein Russophober, solange du ein Faschist, solange du ein Neonazi bist, dir alles erlaubt ist?“, fragte Lawrow.

Entnazifizierung der Ukraine tut not

Die Ukraine müsse entnazifiziert werden, genauso wie seinerzeit Deutschland. „Genauso, wie das faschistische Deutschland dieser Prozedur in der Vergangenheit unterzogen wurde. Ich appelliere ein weiteres Mal: Schauen Sie sich frei zugängliche Videos an, die Aufschluss über Freiheiten geben, die die Neonazis in der Ukraine genießen, wenn sie Straßenzüge mit Porträts von Kriegsverbrechern organisieren. Präsident (Wladimir) Selenski stellt ihnen seine Garde als Ehrenformation zur Verfügung. (…) Uns steht eine große Arbeit bevor“, so Lawrow.
Zur Position Russlands bei den Verhandlungen mit der Ukraine zählte der Minister die Hauptbedingungen Moskaus auf: die Anerkennung der Krim als Teil Russlands, die Anerkennung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk in ihren früheren administrativen Grenzen und eine Demilitarisierung der Ukraine.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hält Jahrespressekonferenz am 14. Januar 2022 ab - SNA, 1920, 02.03.2022
Russland wird beliebigem ökonomischem und politischem Druck standhalten – Lawrow
Dabei muss die Demilitarisierung konkrete Parameter haben, die noch abzustimmen sind.“ In der Ukraine dürfe es überhaupt keine Waffen geben, die die Sicherheit der Russischen Föderation bedrohen könnten, betonte Lawrow.
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