Deutsche Wirtschaft in Russland befürchtet Krise

© SNA / Wladimir TrefilowEine russische und eine deutsche Flagge
Eine russische und eine deutsche Flagge - SNA, 1920, 02.03.2022
Die deutsche Wirtschaft in Russland befürchtet krisenhafte Folgen vor dem Hintergrund der russischen Militäroperation in der Ukraine. Wie der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, der Deutschen Presse-Agentur sagte, war dies auch für „erfahrene und krisenerprobte Manager ein Schock“.
„Mit dem Krieg, dem unvorstellbaren menschlichen Leid und dem Vertrauensverlust auf vielen Ebenen wird das, was an jahrzehntelanger erfolgreicher wirtschaftlicher Zusammenarbeit erreicht worden ist, dramatisch zurückgeworfen“, zitiert die DPA Schepp am Mittwoch.
Die Kammer hatte schon nach den bisherigen Sanktionen und angesichts der nicht einfachen Geschäftsbedingungen in Russland einen Rückgang an deutschen Unternehmen in Russland beklagt. Deren Zahl sank nach AHK-Angaben 2021 um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zuletzt waren noch 3651 Firmen mit deutschem Kapital im flächenmäßig größten Land der Erde tätig, hieß es unter Berufung auf Angaben der russischen Steuerbehörde. In den vergangenen rund zehn Jahren seien 42 Prozent der Unternehmen abgezogen – 2011 habe es noch 6300 Firmen mit deutschem Kapital in Russland gegeben.
Die deutsche Wirtschaft befürchtet, dass sich der Trend, das Land zu verlassen, Kapital abzuziehen, nun massiv beschleunigen könnte. Einige Unternehmen hätten viel zu verlieren. „Diejenigen, die eine Fabrik besitzen, können diese nicht einfach in einen Koffer packen. Die Firmen schauen, wie sie die Dinge am Laufen halten können, um die Investitionen nicht ganz abschreiben zu müssen“, sagte Schepp. Als einen der wirtschaftlichen Gewinner der Situation sieht Schepp China.
„Chinesische Unternehmen werden die Plätze einnehmen, die jetzt deutsche und andere westliche Unternehmen preisgeben“, sagte er.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen in Moskau mit dem Außenminister der LVR, Vladislav Deinego, und dem Ersten Stellvertretenden Außenminister der DNR, Sergej Peresada - SNA, 1920, 01.03.2022
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Westliche Sanktionen gegen Russland

Westliche Länder haben nach dem Beginn der russischen Sondermilitäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken Donezk und Lugansk neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Betroffen sind mehrere russische Großbanken darunter Sberbank und VTB. Die EU, die USA, Großbritannien und Japan haben beschlossen, mehrere russische Banken schon in kommenden Tagen vom Swift-Netzwerk zu trennen. Die EU hat der Zentralbank Russlands jegliche Operationen verboten, die mit Verwaltung von ihren Reserven und Aktiven verbunden sind. Ausnahme gilt nur für Transaktionen, die für die Finanzstabilität der EU notwendig sind. Für einige Staatsunternehmen sind nun die Möglichkeiten zur Anlockerung von Investitionen aus dem Ausland erschwert. Sanktioniert wurden auch die Lieferungen von High-Tech-Produktion nach Russland. Deutschland stellte die Zertifizierung der Gaspipeline Nord Stream 2 ein. Die EU und die USA haben den Himmel für russische Flugzeuge geschlossen. Mehrere europäische und US-Unternehmen haben ihre Geschäfte mit Russland gestoppt.
Laut dem Kreml sind die Sanktionen ernsthaft, Russland hat aber mit ihnen gerechnet und sich entsprechend vorbereitet. Die Regierung in Moskau bereitet nun Gegenschritte vor.
Prag - SNA, 1920, 01.03.2022
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Russlands Militäroperation in der Ukraine

Am 21. Februar hat Russlands Präsident Wladimir Putin die selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk anerkannt und drei Tage später einen Sondermilitäreinsatz zur „Demilitarisierung und Denazifizierung“ der Ukraine erklärt hatte.
Die Ukraine rief daraufhin den Kriegszustand aus und brach die diplomatischen Beziehungen mit Moskau ab. Der russische Präsident versicherte, dass Moskau keine Pläne habe, die Ukraine zu besetzen. Es gehe nur um ihre „Demilitarisierung und Denazifizierung“. Zu den Zielen zählten ausschließlich Objekte der Militärinfrastruktur, die zivile Bevölkerung habe nichts zu befürchten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
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