„Beweisen Sie, dass Sie bei uns sind“: Selenski fordert EU-Mitgliedschaft

© REUTERS / YVES HERMANDer ukrainische Präsident Wladimir Selenski
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski - SNA, 1920, 01.03.2022
In einem eindringlichen Appell an das Europaparlament hat der ukrainische Präsident, Wladimir Selenski, die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union gefordert.
„Wir kämpfen für unsere Rechte, für unsere Freiheit, für unser Leben. Und nun kämpfen wir ums Überleben“, sagte Selenski am Dienstag, zu Beginn einer Sondersitzung des Parlaments in einer Videobotschaft. „Aber wir kämpfen auch, um gleichwertige Mitglieder Europas zu sein“, sagte er der Parlamentsübersetzung zufolge.
„Die Europäische Union wird deutlich stärker mit uns sein. Das steht fest", sagte Selenskyj. „Ohne euch wird die Ukraine alleine sein.“ Die Ukraine habe ihre Stärke bewiesen.
„Beweisen Sie, dass Sie bei uns sind. (...) Beweisen Sie, dass Sie tatsächlich Europäer sind.“
Wenige Tage nach dem Beginn der russischen Militäroperation hatte Selenski bereits am Montag eine „unverzügliche Aufnahme der Ukraine nach einer neuen speziellen Prozedur“ gefordert. Der Beitritt zur EU ist normalerweise kompliziert und langwierig.
Auch der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk warb am Dienstag in einer eigenen Videobotschaft an das Europaparlament eindringlich für den EU-Beitritt seines Landes.

EU-Ratschef: Beitrittsgesuch der Ukraine wird ernsthaft geprüft

EU-Ratspräsident Charles Michel hat der Ukraine eine ernsthafte Prüfung des Gesuchs um einen EU-Beitritt zugesagt. Das sei ein schwieriges Thema, und es gebe unterschiedliche Auffassungen der Mitgliedstaaten, sagte Michel am Dienstag im Europaparlament. "Aber der Rat wird sich da seiner Verantwortung nicht entziehen können."

Baerbock zurückhaltend zu schnellem EU-Beitritt der Ukraine

Außenministerin Annalena Baerbock hat sich zurückhaltend zu einem raschen EU-Beitritt der Ukraine geäußert. Allen sei bewusst, "dass ein EU-Beitritt nichts ist, was man in einigen Monaten vollzieht", sagte die Grünen-Politikerin am Montag nach einem Treffen mit ihrem slowenischen Kollegen Anže Logar in Berlin. Vielmehr ziehe ein solches Vorhaben einen intensiven und tiefgreifenden Transformationsprozess mit sich.
Für die EU geht es zunächst um die Entscheidung, ob die Ukraine offiziell den Status eines Beitrittskandidaten bekommt. Anschließend würde ein Beitrittsabkommen ausgehandelt. Das nimmt normalerweise Jahre in Anspruch. Die EU-Staaten müssten eine Aufnahme letztlich einstimmig billigen.
Ein zerstörtes Haus in der Volksrepublik Donezk - SNA, 1920, 01.03.2022
Ukrainische Nationalisten erschießen in Wolnowacha Zivilisten mit weißer Flagge – DVR
Am Donnerstagmorgen hatte der russische Präsident, Wladimir Putin, eine Spezialoperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk angekündigt. Russland habe nicht vor, die Ukraine zu besetzen. Die russische Armee werde jedoch auf Bitten der Volksrepubliken Donezk und Lugansk Hilfe bei der Abwehr der Aggression der ukrainischen Streitkräfte leisten, erklärte Putin.
Angesichts des Militäreinsatzes im Donbass brach Selenski am Donnerstag die diplomatischen Beziehungen zu Moskau ab und rief den Kriegszustand aus.
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