„Ärgerliche Behauptung“: Virologe kritisiert Bericht zu mehr Impfschäden

CC0 / Alexandra_Koch / Pixabay / Impfung (Symbolbild)
Impfung (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.02.2022
„Schädlich und irreführend“ nennt der Heidelberger Virologe Hans-Georg Kräusslich den aktuellen Bericht einer Krankenkasse. Dieser legt nahe, dass es mehr Nebenwirkungen bei den Corona-Schutzimpfungen gebe als bisher bekannt. Der Virologe kritisiert die ungenaue Datenlage der Untersuchung.
Der Chef-Virologe des Universitätsklinikums Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, ärgerte sich in einem Interview mit der „Rhein-Neckar-Zeitung“ am Samstag über den neuen Krankenkassen-Bericht zu deutschlandweiten Impfschäden und Nebenwirkungen durch die Vakzine gegen Sars-Cov-2.
„Ich finde dieses Vorgehen ärgerlich, schlecht und schädlich“, sagte Virologe Kräusslich. „Es geht hier eben nicht um schwerwiegende Impfkomplikationen, sondern vermutlich um ganz normale Impfreaktionen, wobei die Kasse gerade nicht sagt, um welche. Man darf nicht einfach potenziell lebensbedrohliche Nebenwirkungen behaupten, ohne in irgendeiner Form darzulegen, was man meint.“
Die von ihm bemängelte Analyse erschien vor wenigen Tagen und kommt auf erheblich höhere Zahlen bei den Nebenwirkungen der Corona-Impfungen als das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). In Deutschland ist das PEI für Impfschäden und Impfnebenwirkungen zuständig.
Spital für Corona-Patienten in Texas  - SNA, 1920, 24.02.2022
Krankenkassen-Analyse: Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe um ein Vielfaches höher
Demnach sollen allein in den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 „216.695 BKK-Versicherte wegen Nebenwirkungen durch Impfstoffe behandelt worden sein“, wie der Südwestrundfunk (SWR) meldete. Die Daten bezögen sich auf 10,9 Millionen Versicherte. „Zum Vergleich: Bis Ende 2021 verzeichnete das PEI auf Basis von 61,4 Millionen Geimpften lediglich 244.576 Nebenwirkungsmeldungen.“

„Unterstellungen und Behauptungen“

Behauptungen in die Welt zu setzen und Menschen zu verunsichern, bezeichnete der Heidelberger Virologe als verwerflich. „Wenn die Kasse schwerwiegende, nicht gemeldete Nebenwirkungen unterstellt, sagt sie gleichzeitig, dass all die behandelnden Ärzte wissentlich gegen geltendes Gesetz verstoßen hätten“, monierte er.
Der von ihm kritisierte Krankenhaus-Bericht könne eigentlich keine zusätzlichen schwerwiegenden Nebenwirkungen umfassen, sagte Kräusslich. Jeder Arzt und jede Ärztin sei verpflichtet, vermutete Nebenwirkungen an das Gesundheitsamt zu melden. Das PEI veröffentliche daraufhin alle gemeldeten Nebenwirkungen.
Sputnik V - SNA, 1920, 27.01.2022
Der universelle Booster: Führende Virologen loben Effizienz von „Sputnik V“ – auch gegen Omikron
Um mögliche Nebenwirkungen von Impfstoffen noch besser zu analysieren, sollen die offiziellen Impfquoten in einer Studie mit Daten der Krankenkassen verknüpft und verglichen werden. Diese Studie solle zeitnah starten, wie das Paul-Ehrlich-Institut bereits am vergangenen Donnerstag mitgeteilt hatte.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала