Sondereinsatz löst Befürchtungen über Tschernobyl-Leck aus – Finnen und Schweden lagern Jodtabletten

© SNA / Pressedienst des Präsidenten der Ukraine / Zur BilddatenbankDer Bau der neuen Ummantelung über dem Block 4 von Tschernobyl steht kurz vor dem Abschluss (Archivbild)
Der Bau der neuen Ummantelung über dem Block 4 von Tschernobyl steht kurz vor dem Abschluss (Archivbild) - SNA, 1920, 28.02.2022
Russlands Sondereinsatz in der Ukraine hat in Skandinavien Befürchtungen über ein Leck im Kernkraftwerk Tschernobyl geweckt, sodass die Bevölkerung begann, sich mit Jodtabletten einzudecken. Laut der schwedischen Strahlenschutzbehörde sind solche Ängste unbegründet, weil keiner der Reaktoren in Betrieb ist.
Russlands Sondereinsatz in der Ukraine hatte ungewöhnliche Auswirkungen auf den Arzneimittelabsatz in Finnland und Schweden, wo die Apotheken eine bemerkenswert hohe Nachfrage nach Jodtabletten zur Verhinderung der Strahlenaufnahme verzeichneten. In Schweden stieg der Absatz „von Null auf Hundert“, so der Geschäftsführer der Apothekenkette Apotea, Per Svärdson.
„Alles ist sofort ausverkauft. Unsere Einkäufer haben sich mit den Arzneimittelherstellern in Verbindung gesetzt, um aufzustocken, aber auch dort ist alles ausverkauft“, wird Svärdson vom nationalen Fernsehsender SVT zitiert.
Auch mehreren finnischen Apothekenketten, darunter Yliopiston Apteekki und Lappeenranta Prisma, sind die Jodtabletten ausgegangen, während andere begonnen haben, den Verkauf von Tabletten auf Zehnerpackungen zu beschränken.
„Die Nachfrage ist sehr groß. Unsere jährliche Nachfrage von zehn Stück wurde durch eine wöchentliche Nachfrage von zehn Stück ersetzt. Natürlich war die tatsächliche Nachfrage noch größer. Wer weiß, wie viel wir verkauft hätten, wenn das Produkt verfügbar gewesen wäre“, sagte Eero Suihko von der Apothekenkette Yliopiston Apteekki dem finnischen Fernsehsender Yle.
Die schwedische Behörde für Strahlenschutz betonte, es bestehe keine Notwendigkeit, im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine Jodtabletten einzunehmen. Die Behörde erklärte, dass die Befürchtung einer radioaktiven Verstrahlung durch das stillgelegte Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der ukrainisch-weißrussischen Grenze unbegründet sei, da die Reaktoren nicht mehr in Betrieb seien.
„Wir möchten betonen, dass der letzte Reaktor vor mehr als 20 Jahren stillgelegt wurde“, erklärte der Ermittler Peder Kock.
Inzwischen haben die finnischen Apotheken gewarnt, dass Jodtabletten nur auf Anweisung der Behörden und nicht auf eigene Faust vorsorglich eingenommen werden sollten. Sie betonten auch, dass es keinen Grund gebe, sich übermäßig mit Jod einzudecken.
Jodtabletten schützen die Schilddrüse im Falle eines plötzlichen und unerwarteten Atomunfalls.

Sonderoperation in der Ukraine

Am Donnerstag hatte Wladimir Putin in seiner Ansprache an die Bürger Russlands den Beginn einer Sondermilitäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk verkündet. Die Ukraine rief daraufhin den Kriegszustand aus. Der russische Präsident versicherte, dass Moskau keine Pläne habe, die Ukraine zu besetzen. Es gehe nur um ihre „Demilitarisierung und Denazifizierung“. Zu den Zielen zählten ausschließlich Objekte der Militärinfrastruktur, die zivile Bevölkerung habe nichts zu befürchten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
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