Restaurant löst mit Statement gegen russische Gäste Empörung aus

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Restaurant, Symbolbild - SNA, 1920, 28.02.2022
Ein Restaurant im baden-württembergischen Bietigheim hat mit einem Statement für Empörung gesorgt, demzufolge dort wegen der russischen Militäroperation in der Ukraine Gäste mit russischem Pass nicht willkommen seien. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die „Badischen Neuersten Nachrichten“ am Montag.
Als Reaktion auf Aufrufe in sozialen Netzwerken zum Protest gegen das Lokal werde die Örtlichkeit bis auf Weiteres überwacht, sagte am Montag ein Sprecher der Polizei. Man wolle so sicherstellen, dass es zu keinen Straftaten komme. Bereits am Sonntag sei man bis zur Schließung des Lokals vor Ort gewesen. Das Lokal war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Laut dem Bericht der „Badischen Neuersten Nachrichten“ hatte das Restaurant ursprünglich geschrieben: „Besucher mit russischem Pass sind bei uns im Haus unerwünscht.“ Daraufhin hatten sich viele Nutzer auf Facebook und Twitter empört geäußert. Der Eintrag ist inzwischen verschwunden.
Wie ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Baden-Württemberg sagte, gäbe es andere und bessere Möglichkeiten, seine Empörung beziehungsweise seine Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen. Der Ausschluss von Gästen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft sei im Übrigen auch rechtlich nicht zulässig.
Der Betreiber des Lokals schrieb in einer Reaktion auf Facebook und der Homepage später, es sei ein Fehler gewesen, die Kritik am russischen Präsidenten wegen des Ukraine-Einsatzes an der Nationalität festzumachen. „Allerdings rechtfertigt das nicht, meine Familie und Mitarbeiter zu bedrohen.“
Vilnius - SNA, 1920, 28.02.2022
Vandalen attackieren belarussische Botschaft in Vilnius

Hintergrund

Am Donnerstagmorgen kündigte der russische Präsident Wladimir Putin eine Spezialoperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk an. Die Ukraine rief daraufhin den Kriegszustand aus und brach die diplomatischen Beziehungen mit Moskau ab.
Der russische Präsident versicherte, dass Moskau keine Pläne habe, die Ukraine zu besetzen. Es gehe nur um ihre „Demilitarisierung und Denazifizierung“. Zu den Zielen zählten ausschließlich Objekte der Militärinfrastruktur, die zivile Bevölkerung habe nichts zu befürchten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
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