„Wir kapitulieren nicht“: Ukrainisches Außenministerium zu Verhandlungen mit Russland

© REUTERS / CARLO ALLEGRIDer ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba
Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba - SNA, 1920, 27.02.2022
Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba hat sich am Sonntag zu den anstehenden Verhandlungen mit Russland mitten in der militärischen Operation in der Ukraine geäußert und dabei den Frieden als deren Ergebnis nicht ausgeschlossen.
„An Verhandlungen an sich ist nichts auszusetzen. Und wenn das Ergebnis dieser Verhandlungen Frieden und das Ende des Krieges sein wird, sollte dies begrüßt werden. Aber wir – das möchte ich klarstellen – wir werden nicht aufgeben. Wir kapitulieren nicht. Wir werden keinen Zentimeter Territorium aufgeben. Das ist nicht das Ziel unseres Kampfes“, sagte Kuleba, dessen Rede auf dem YouTube-Kanal des ukrainischen Außenministeriums ausgestrahlt wurde
Ihm zufolge beabsichtigt die ukrainische Seite bei den Gesprächen, die Position Russlands „anzuhören“ und „ihre Meinung über diesen Krieg und das Vorgehen Russlands zum Ausdruck zu bringen“.
Zuvor teilte der russische Präsidentenberater Wladimir Medinski mit, die Ukraine habe Verhandlungen in der belarussischen Region Gomel vereinbart, und eine russische Delegation sei dorthin gereist. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gab an, dass dem ein Telefongespräch zwischen dem Präsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko, und dem ukrainischen Staatschef Wladimir Selenski vorausgegangen sei.

Sonderoperation in der Ukraine

Am Donnerstagmorgen hatte Wladimir Putin in seiner Ansprache an die Bürger Russlands den Beginn einer Sondermilitäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk verkündet. Die Ukraine rief daraufhin den Kriegszustand aus. Der russische Präsident versicherte, dass Moskau keine Pläne habe, die Ukraine zu besetzen. Es gehe nur um ihre „Demilitarisierung und Denazifizierung“. Zu den Zielen zählten ausschließlich Objekte der Militärinfrastruktur, die zivile Bevölkerung habe nichts zu befürchten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Nach dem Stand vom Sonntag haben russische Kräfte 975 Militärobjekte der Ukraine zerstört. Mehrere ukrainische Soldaten haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums kapituliert. Auch die Volksmilizen der Republiken Donezk und Lugansk verzeichnen Erfolge bei der Befreiung von Territorien, die sie als zeitweilig besetzt ansehen.
Eine deutsche Nationalflagge weht vor dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages, in Berlin am 3. Januar 2022. - SNA, 1920, 27.02.2022
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