Desinfektionsmittel führen genauso schnell zu Schadstoff-Ablagerungen wie Autoabgase – Studie

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alte Arzneimittel-Flaschen - SNA, 1920, 27.02.2022
Vor allem in der Corona-Pandemie ist der Gebrauch von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gestiegen. Eine neue Studie hat jedoch ergeben, dass ihre Verwendung mit einem hohen Gesundheitsrisiko verbunden sein kann.
Die Studie wurde von der Umweltwissenschaftlerin Colleen Rosales an einer kalifornischen Universität durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am Freitag in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht.

„Die Oberflächenreinigung mit kommerziellen Desinfektionsmitteln, die kürzlich während der Coronavirus-Pandemie 2019 zugenommen hat, kann sowohl in Gas- als auch in Aerosolphasen sekundäre Schadstoffe in Innenräumen erzeugen. Es kann sich auch auf die Luftqualität in geschlossenen Räumen und die Gesundheit auswirken, insbesondere bei Arbeitern, die wiederholt Desinfektionsmitteln ausgesetzt sind“, teilten die Autoren der Studie mit.

Die Forscher führten Echtzeitbeobachtungen durch, die die Arbeit professioneller Reinigungskräfte in geschlossenen Räumen nachstellten. Es seien handelsübliche Reinigungsmittel in einem mechanisch belüfteten Raum verwendet worden, die Konzentration der schädlichen Stoffe sei rasant gestiegen.
Überschwemmung (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.02.2022
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Laut Studie können sich kleine Schadstoffpartikel aus Desinfektions- und Reinigungsmitteln in den menschlichen Atemwegen mit einer Geschwindigkeit ablagern, die genauso hoch oder höher ist als bei durch Fahrzeuge verursachten Partikeln.
Betroffen seien vor allem Personen, die während der Pandemie mit Desinfektionsmitteln arbeiteten.

Durch chemische Reaktionen könnten auch sekundäre Schadstoffe in Form von Gasen und Aerosolen erzeugt werden.
Die Wissenschaftler warnten, dass sekundäre Aerosole einen großen Teil der globalen atmosphärischen Aerosolbelastung ausmachen und sich somit auf das Klima, die Luftqualität und menschliche Gesundheit auswirken können.

Neben der Emission von Treibhausgasen tragen menschliche Aktivitäten auch durch die Freisetzung von kleinsten festen oder flüssigen Partikeln, den sogenannten Aerosolen, zur Änderung des Klimas bei. Sekundäre Aerosole sind flüssige Partikel wie Schwefelsäure (H2SO4) oder Salpetersäure (HNO3), die durch chemische Reaktionen aus gasförmigen Vorläuferstoffen gebildet werden.
Die klimatische Wirkung ist vielfältig, einige Aerosole wie vor allem Sulfat-Aerosole reflektieren Sonnenstrahlen, andere wie Rußpartikel absorbieren sie aber auch. Auch die Wolkenbildung und der Niederschlag können durch die Partikel beeinflusst werden.
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