Archäologen in London stoßen auf einzigartiges römisches Mosaik

CC0 / PublicDomainPictures/Pixabay / Römisches Mosaik (Symbolbild)
Römisches Mosaik (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.02.2022
Ein Team des Londoner Archäologie-Museums hat die Entdeckung eines gut erhaltenen römischen Mosaiks bekannt gegeben, das einst möglicherweise einen Raum in einem bedeutenden Gebäude in der Nähe der London Bridge in Southwark geschmückt hatte. Das teilte die Zeitung „Arkeonews“ am Sonntag mit.
Die Archäologen führten Ausgrabungen in der Nähe des Wolkenkratzers „The Shard“ durch, um den Bau von „Liberty of Southwark“, einem neuen Zentrum für Büros und Wohnungen, vorzubereiten. Dabei entdeckten sie ein Mosaik mit zwei äußerst verzierten Tafeln aus kleinen, farbigen Kacheln in einem roten Mosaikboden.
Die größte Fläche des Mosaiks zeigt farbenfrohe Blumen, die von Bändern als „Guilloche“ bekannten, ineinander verschlungenen Strangmotiven umgeben sind – sowie mehrere geometrische Elemente und Muster, die Dr. David Neal, Experte für römische Mosaiken, der „Akanthus-Gruppe“ zuordnet. Die kleinere Tafel ist einfacher gestaltet, mit Salomonsknoten, zwei stilisierten Blumen und geometrischen Motiven in Rot, Weiß und Schwarz.
Die Archäologen wussten, dass es in dieser Gegend römische Gebäude gegeben hatte, nachdem sie in den 1980er Jahren eine Ausgrabung auf dem Gelände neben dem Neubaugebiet durchgeführt hatten. Sie erwarteten jedoch nicht, etwas so Erstaunliches wie ein fast unversehrtes römisches Mosaik zu finden.
Antonietta Lerz, die Leiterin der Arbeiten des Archäologie-Museums, sagte dazu:
„Dies ist ein einmaliger Fund in London. Es war ein Privileg, auf einem so großen Gelände zu arbeiten, auf dem die römische Archäologie weitgehend ungestört von späteren Aktivitäten ist – alle vor Ort waren sehr aufgeregt, als die ersten Farbblitze im Boden auftauchten!“
Archäologen vermuten, dass das Mosaik einst im Speisesaal eines römischen „mansio“ angebracht gewesen sein könnte – einer anspruchsvollen Raststätte, die Unterkunft, Stallungen und Speisemöglichkeiten für Kuriere und Beamte auf dem Weg nach und von London bot. Die vollständigen Grundrisse des Gebäudes werden noch freigelegt, aber die derzeitigen Funde deuten darauf hin, dass es sich um einen sehr großen Komplex mit mehreren Räumen und Korridoren handelt, die einen zentralen Innenhof umgaben.
Archäologische Instrumente (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.02.2022
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Während die größte Mosaiktafel auf das späte 2. bis auf das frühe 3. Jahrhundert n. Chr. datiert werden kann, wurde der Raum eindeutig über einen längeren Zeitraum hinweg genutzt. Erstaunlicherweise wurden Spuren eines früheren Mosaiks unter dem heute sichtbaren Mosaik gefunden. Dies zeigt, dass der Raum im Laufe der Jahre renoviert wurde, vielleicht um Platz für die neuesten Trends zu schaffen.
Zu den weiteren Funden gehören ein Hypokaustum (berühmte römische Fußbodenheizung), Haarnadeln, Nadeln, Flaschen und Broschen.
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