Erste Ukraine-Geflüchtete in Deutschland angekommen

© AP Photo / Markus SchreiberDas Brandenburger Tor leuchtet in den Farben der ukrainischen Flagge
Das Brandenburger Tor leuchtet in den Farben der ukrainischen Flagge - SNA, 1920, 26.02.2022
Wegen der russischen Sonderoperation in der Ukraine sind die ersten Kriegsflüchtlinge in Deutschland angekommen. Ihre Zahl soll zunächst noch relativ gering gewesen sein.
Laut einem Sprecher der Bundespolizei in Pirna ist seit Freitag eine einstellige Zahl von Ukrainern an der sächsisch-polnischen Grenze bei Görlitz eingetroffen. In Brandenburg sollen es bis zum Samstagmittag sechs Geflüchtete gewesen sein. Eine ukrainische Familie kam in Brandenburg/Havel an. Im Ankunftszentrum in Hamburg seien am Freitag drei bis vier Geflüchtete registriert worden.
Nach den Beratungen zur Flüchtlingsaufnahme vom Freitag zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und den Ministerpräsidenten der Länder bereiten sich die Länder darauf vor. Brandenburg könnte mindestens 10.000 Ukraine-Flüchtlinge in den kommenden Tagen aufnehmen. Niedersachsen stehe auch dafür bereit und erweitere derzeit auch seine Kapazitäten. Thüringen könnte sofort etwa 3000 Menschen einen Unterkunft anbieten.
Wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine ankommen werden, stehe noch offen. Laut dem Innenminister Boris Pistorius könnten das ein paar Hunderttausend, aber auch eine Million oder zwei Millionen Menschen sein.
Nach Angaben von Filippo Grandi, UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, haben über 150.000 ukrainische Flüchtlinge das Land verlassen und sich in Richtung Polen, Ungarn, Moldau und Rumänien begeben. Immer mehr Menschen würden das Land verlassen, aber die Lage vor Ort mache es schwierig, deren Zahl zu schätzen und Hilfe zu leisten, hieß es weiter.
Am Donnerstagmorgen hatte der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Ansprache an die Bürger Russlands den Beginn einer Sondermilitäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk verkündet. Die Ukraine rief daraufhin den Kriegszustand aus. Der russische Präsident versicherte, dass Moskau keine Pläne habe, die Ukraine zu besetzen. Es gehe nur um ihre „Demilitarisierung und Denazifizierung“. Zu den Zielen zählten ausschließlich Objekte der Militärinfrastruktur, die zivile Bevölkerung habe nichts zu befürchten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Sitzung des Föderationsrates Russlands in Moskau (Archiv) - SNA, 1920, 22.02.2022
Minister: Zahl der Donbass-Flüchtlinge mittlerweile auf 100.000 gestiegen
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