Ost-Ausschuss: Langfristig keine Aussichten für Nord Stream 2

© SNA / Ilya PitalyewBauarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild)
Bauarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 26.02.2022
Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, hat sich am Samstag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zu dem Thema deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 geäußert.
Die Entscheidung, das Projekt vor dem Hintergrund der Lage rund um den Ukraine-Konflikt auf Eis zu legen, sei „richtig und notwendig“ gewesen, sagte Harms.
„Wir haben diese Gaspipeline immer verteidigt. Die war vorher aus meiner Sicht (...) ein gutes Projekt“, so Harms weiter.
Inzwischen glaube er aber, dass das Thema sich erledigt habe.
Auf die Frage, ob die Gasleitung „langfristig gestorben“ sei, antwortete er: „Aus meiner Sicht ja.“
Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist ein deutscher Außenwirtschaftsverband zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem postsowjetischen Raum (Territorium der ehemaligen Sowjetunion – Anm. d. Red.).

Militäroperation zum Schutz des Donbass

Russland hatte eine Operation zur Demilitarisierung der Ukraine am frühen Donnerstagmorgen begonnen, nachdem die Führungen der von Russland mittlerweile anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk Russland um Hilfe ersucht hatten.
„Die Umstände haben entschlossene unaufschiebbare Handlungen erforderlich gemacht.“ Für das weitere Blutvergießen werde das ukrainische Regime verantwortlich sein, sagte Putin und rief die ukrainischen Militärs auf, verbrecherische Befehle der Kiewer Machthaber nicht zu erfüllen, die Waffen zu strecken und nach Hause zu gehen.

Westen verhängt Sanktionen gegen Russland

Unterdessen drehen westliche Länder weiter an der Sanktionsspirale. Betroffen wurden einige Großbanken in Russland, darunter die Sberbank und die VTB Bank. Für mehrere Staatskonzerne wurde der Zugang zum ausländischen Finanzmarkt erschwert. Die Bundesregierung stoppte die Zertifizierung der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2. Großbritannien sperrte seinen Luftraum für Flugzeuge der größten russischen Airline Aeroflot.
Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen der Pipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Die Ostseepipeline ist zwar einsatzbereit, die für ihre Inbetriebnahme erforderliche Genehmigung der Bundesnetzagentur steht weiterhin aus. Die Bundesregierung hat die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 nun auf Eis gelegt. Bundeskanzler Olaf Scholz begründete den vorläufigen Stopp für die russisch-deutsche Gaspipeline Nord Stream 2 mit den jüngsten Entscheidungen von Russlands Präsident Wladimir Putin in der Krise um die Ukraine.
Küstenobjekte der Gaspipeline Nord Stream 2 in Lubmin (Archivbild) - SNA, 1920, 25.02.2022
Merz: Keine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 in kommenden Jahren
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