Selenski geht nicht ans Telefon – Flugzeug verlässt Kiew trotz Luftraumsperre

© REUTERS / UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERDer ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskiy telefoniert mit dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel in der Region Donezk, Ukraine, 17. Februar 2022.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskiy telefoniert mit dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel in der Region Donezk, Ukraine, 17. Februar 2022. - SNA, 1920, 25.02.2022
Nachdem Präsident Selenski einen Anruf aus Rom nicht beantwortet hatte, startete an einem Kiewer Flughafen, den auch staatliche Behörden nutzen, Medienberichten zufolge ein Flugzeug – trotz Luftraumsperre.
Laut den Berichten hatte Präsident Selenski einen Anruf des italienischen Regierungschefs Mario Draghi nicht beantwortet. Währenddessen sind im Regierungsbezirk der ukrainischen Hauptstadt Schüsse zu hören. Zugleich soll am Flughafen Schuljany eine Maschine gestartet sein, obwohl der Luftraum über der Ukraine gesperrt ist. Der Verkehrsflughafen im Südwesten Kiews wird auch von ukrainischen Regierungsbehörden genutzt.
Die Bundesregierung in Berlin gibt indes an, Selenski halte sich weiterhin in der ukrainischen Hauptstadt auf. Demnach sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am heutigen Freitag vor Journalisten, der ukrainische Präsident sei ein mutiger Mann und die Frage nach einem Asyl für Selenski stehe derzeit nicht im Raum.
Inzwischen soll sich Präsident Selenski zu seiner Abwesenheit geäußert haben. Den Anruf von Draghi habe er wegen seines „militärischen Terminkalenders“ nicht beantwortet, heißt es in einem Eintrag auf Selenskis Twitter-Account. Er wolle aber versuchen, seine Termine anders zu legen, um doch noch mit dem italienischen Premier zu telefonieren.
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski auf der Münchner Sicherheitskonferenz, 19. Februar 2022 - SNA, 1920, 25.02.2022
Nach der Münchner Rede Selenskis ist das Minsker Abkommen für Russland erledigt – Parlamentarier
Am Donnerstagmorgen hatte der russische Präsident Wladimir Putin eine Spezialoperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk angekündigt. Dies sei eine Antwort auf entsprechende Bitten der Volksrepubliken, Beistand bei der Abwehr der Aggression der ukrainischen Streitkräfte zu leisten.
Die Ukraine hatte ihrerseits den Kriegszustand ausgerufen. Innerhalb des ersten Tages der Militäroperation stellten russische Kräfte die Wasserversorgung der Halbinsel Krim wieder her und zerstörten nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 83 Objekte der ukrainischen Militärinfrastruktur. Die Behörde versicherte, dass ukrainische Städte nicht angegriffen würden und dass keine Gefahr für Zivilisten bestehe.
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